Am Abend verlassen wir die Komfortzone. Wir fahren über Rantum hinaus bis nach Wassertal, dort, wo der Loran steht, ein zweihundert Meter hoher Sendemast in der Heide, von den Amerikanern im Kalten Krieg aufgestellt und heute ohne kriegsentscheidende Funktion. Hier ist die Insel so schmal, dass sich von leicht erhöhter Position sowohl das Wattenmeer wie auch die Nordsee sehen lässt. Ein Wind weht, nicht so heftig wie gestern, als ein Sturm ausgerufen war. Bei Sturm wird der Autozug geschlossen, der die Autos vom Festland per Zug über den Hindenburgdamm nach Sylt bringt. Vor Jahren kennzeichnete ein Fahrer seinen LKW als beladen. Nur war der Wagen mit Styroporplatten bepackt, weshalb der LKW vom Zug und der Fahrer ins Wasser geweht wurde. Seit diesem tödlichen Unfall bleibt also der Autozug bei Sturm geschlossen.
Archive for the ‘Reisen’ category
Vom Unterschied zwischen spazieren gehen mit Fotoapparat und spazieren gehen ohne Fotoapparat.
April 25, 2013Ist man in der Fremde, ergeben sich einige Möglichkeiten, das unbekannte Land zu erkunden: mit dem Auto, mit dem Fahrrad, zu Fuß, wandernd, spazieren gehend, joggend, mit einer Landkarte, mit einem Reiseführer, mit einem Fremdenführer, in einer Reisegruppe. Jede dieser Möglichkeiten ändert das Bild, das sich von der Fremde ergibt.
Auf Sylt bin ich größtenteils auf zwei Arten unterwegs: fotografierend oder spazieren gehend. Beide Arten sind verschieden. Vor jedem Verlassen des Appartements muss ich eine Entscheidung treffen, wie ich mich fortbewege möchte.
Sylt in Listen.
April 21, 2013Sylter Straßennamen
Gaadt
Pan’er
Sjipwai
Gurtstig
Bi Müür
Nordhedig
Halemdüür
Om de Huk
Sachsenring
Esling Wung
Zur Uwe Düne
Am Tipkenhoog
Fünf Lieder, die Udo Lindenberg auf Sylt geschrieben hat
Horizont
Affenstern
Hoch im Norden
Die Klavierlehrerin
Wozu sind Kriege da?
Orte auf Sylt.
April 14, 2013Westerland
Ein Ort, an dem die Architektur eines jeden Jahrzehnts des letzten Jahrhunderts gefeiert wird, teilweise in einem Straßenzug. Zwingend ist die grundsätzliche Entscheidung zu treffen, ob man Fisch bei Gosch oder Blum kauft. Geschäfte tragen die Namen ehemaliger Bundeskanzler oder Kandidatinnen von Germany’s Next Topmodel.
Outlettown
Ein Ballung von Outlets vor den Toren von Westerland. Neben den Tierfutteroutlets, den Bekleidungsoutlets, dem Bahlsenoutlet beeindruckt besonders das Trigemaoutlet mit einem aufgeblasenen Trigemaaffen (»Hallo Fans«) als Sichtfang. Innen erwartet einen das muffig-bunte Gefühl der frühen 90er Jahre. Dazu spielt Dr. Alban »No Coke« und Zucchero »Senza una donna«.
Sylt. Kein Halt in Glückstadt.
April 6, 2013In Altona in die Nord-Ostsee-Bahn einsteigen. Gewarnt wird: Heute kein Halt in Glückstadt. Gleich mal mit einer 2. Klassekarte in die 1. Klasse setzen. Graue Sitzschalen. Viel Beinfreiheit. Laptopsteckdosen über Kopf. Rekruten, die in Heide (Holstein) aussteigen werden, um dort ihre Ausbildung am Eurofighter zu beginnen. Rekruten fahren immer 1. Klasse, ich nur so lange, bis die Schaffnerin fragt, ob ich den Übergang zu zahlen bereit wäre. Zuerst der Gedanke, es handelt sich hierbei um die Überfahrt über den Hindenburgdamm, die mit einer Extraabgabe belegt wäre. Nach der Irritation dann die Flucht in die zweite Klasse und ich denke, dass ich damit schon die erste Metapher des Monats habe: als ein widerrechtliches Einschleichen in eine Zone, zu der ich standesgemäß keinen Zutritt hätte.
la ville.
April 28, 2010Fünf Momente der letzten zwei Wochen.
Juli 6, 2009Israel. Geradeaus und dann rechts.
Juni 23, 2009Eines wird von Anfang an klar: Zum Wohlfühlen fährt man nicht nach Israel. Das beginnt schon am Flughafen. Auf zehn Pulte verteilt stehen freundliche, aber energische Sicherheitsbeamte und wollen alles wissen. Warum man fliegt. Wohin. Wo man wohnt. Ob man dort jemanden kennt. Was man vorhat. Wohin man im Land reisen will. Ob man in Deutschland Israelis kennt. Oder Araber. Ob man schon mal in arabischen Ländern war. Jeder Antwort wird eine Gegenfrage entgegengesetzt, die nachhakt und Unstimmigkeiten entlarven soll. Das Seniorenpärchen braucht nur ein Bruchteil dieser Fragen zu beantworten, ich bin zwischen 20-30, männlich, trage einen Bart und ein Kapuzenshirt und habe etliche technische Geräte bei mir, die unter dem Röntgengerät wie Waffen aussehen könnten. Zusammen mit den maschinengewehrtragenden Polizisten und dem Panzerwagen auf dem Rollfeld ergibt sich ein Gefühl, welches die nächste Woche andauern soll. Einerseits. Anderseits: Besser zehn Minuten länger gefragt und dafür ein Gefühl von Sicherheit, so ungewiss wie möglich.
Budapest.
Juni 6, 2009In den S-Bahnen strotzt es vor kleinen Hunden, die ungern getreten werden.
Kein rein deutsches Phänomen (I): Überwachung als Teil der Alltagskultur.
Ein Tag im Palast der Künste, dem monumentalen Prunkbau des Landes. Nicht hilfreich für die Beziehung zum Veranstalter ist, während des Konzerts die Bühne zu stürmen und einen Kameramann in die Mangel zu nehmen. Dafür garantiert ist jedoch Applaus vom Publikum.
Moldawien. Nachtrag.
Dezember 3, 2008Weshalb wir eigentlich dort waren:


















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