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Musik. Keine anderen Möglichkeiten.

Februar 15, 2011

Wer an Musik interessiert ist, hat ja gerade überhaupt keine Möglichkeit, etwas anderes zu tun als Musik zu hören. Am Samstag schon erscheint „The King Of Limbs“, das neue Album von Radiohead. Die großartigen And You Will Know Us By The Trail Of Dead haben mit “Tao Of The Dead” etwas veröffentlicht, das etliche Durchläufe braucht, um dessen Komplexität auch nur ansatzweise zu erfassen.

Während zu “Simon Werner A Disparu” von Sonic Youth eher das Wort verstörend passt, haben sich Bright Eyes mit “The People’S Key” vorgenommen, wieder an alte Tugenden (also “Digital Ash in a Digital Urn”) anzuknüpfen und schreiben auch dank Liedern wie “Shell Games” zugänglich in kursiv.

Auch schön, dass PJ Harvey zurück ist, gerade mit “Let England Shake.” Mit Hall und Wahn nahezu perfekt in diese Zeit passt “Violet Cries” von Esben and the Witch. “Our Songbook” der Family of the Year hingegen wäre vermutlich besser im Frühsommer aufgehoben, was der Freude beim Hören jedoch keinen Abbruch tut.

Und dann ist da noch Mogwai. Deren “Hardcore Will Never die, But You Will” findet tatsächlich neue Facetten im Genre, was bei Postrock eigentlich nicht so einfach ist. Weit obenstehendes Video zeigt, weshalb ich die zehn Lieder (plus 23minütigen Bonustrack “Music For A Forgotten Future”) gern in Dauerschleife laufen lassen würde, wenn es nicht so viel geben würde, was sonst zu hören wäre.

Zum Beispiel auch Jamie xx von The XX, dessen Remix von Gil Scott-Herons “N.Y. Is Killing Me” mich Ende des letzten Jahres aus den Socken gehauen hat. Jetzt mit kompleten Remix-Album, das gerade hier im Stream zu hören ist.

Und desweiteren gibt es ja noch die kleinen Freuden. Lieder wie “Whip my Hair”, selbstverständlich nicht in der Originalversion von Will Smiths Tochter, sondern von Jimmy Fallon, der sich in eine 1:1 Kopie von Neil Young verwandelt und gemeinsam mit Bruce Springsteen beweist, dass sich auch im größten Übel noch Schönheit finden lässt.

Zum Schluss die bedauerliche Nachricht, dass die unglaublichen Audrey eine Schaffenspause einlegen (was ja eigentlich eine Euphemismus ist für Trennung.) Dafür setzen fünfzig Prozent des Quartetts den einmal eingeschlagenen Weg fort und machen als Mire Kay gar nicht mal so unterschiedliche Musik. “Sea Monkey” wird die bezaubernde erste Single und kann auf ihrer Seite sogar heruntergeladen werden.

Musik 2008. Die Großen.

Dezember 23, 2008

m2008

1. Portishead – Third

Manchmal genügt ein Ton. Zum Beispiel der erste Schlag von „Machine Gun“. (siehe auch hier) Von da an abwärts zur Apokalypse. Geschrieben habe ich: „ein fremdes Stück Musik, weit entfernt von vertrauten Konstellationen. In seiner Zerrissenheit gegen jegliche Erwartungshaltung gerichtet. Kalt und erloschen, unnahbar und geschunden und vor allem: unbarmherzig gegen sich und den Hörer. Eine Herausforderung, mehr noch: eine Prüfung.“ Mittlerweile sind etliche Monate vergangen und noch immer sind es kalte Schauer, die es über meinen Rücken treibt. Kalte Schauer beim nervösen „We Carry On“, eiskalte Schauer vom verlorenen „The Rip“, selbst das maschinenlose „Deep Water“ wirkt wie das Gegenteil von dem was ist. Mehr als hier kann keine Band leisten. –> heim

2. Audrey – The Fierce and the Longing

Es war Mai, auf dem besten Konzert des Jahres, es war in Leipzig, im Cafe PanAm, als der bärtige Sänger von Scraps of Tape meinte: “Audrey.“ Und später dann im Biergarten: „Freunde von uns. Wahnsinnsband.“ Naja, schon klar. Wie auch immer. Zwei Monate später wieder „Scraps of Tape“, auf einem Open Air. Um etwa 23:00 spielten dort Audrey und etwa fünf Minuten später war klar, dass diese Band mich den Rest des Jahres begleiten würde. In Form ihrer bisher erschienen Alben, die deshalb gerechterweise beide in dieser Liste vertreten sein müssten. Dabei ist es nicht mal so, dass ich andere von Audrey überzeugen könnte, jedenfalls nicht mit Argumenten. Es ist nur einfach so: „The Fierce and the Longing“ (+ “Visible Forms”) haben eine Saite in mir zum Schwingen gebracht. Mag pathetisch klingen. Ist aber so. –> heim


3. These New Puritans – Beat Pyramid

Einmal im Jahr untypisch. Eine Rhythmuspyramide, die klingt wie Mike Skinner mit weniger Text und mehr Abwechslung. Manchmal rutscht man eben in ein Genre hinein ohne es zu wollen und ist dann dabei, Schlagwörter wie „China, India, my Future“ an weiße Häuserwände zu sprühen. Ein wildes Stück scheinbar sinnentleerter Musik, wesentlich substanzieller als jede Mediengestalterparty in alten Gaswerken und mit mehr Drums. Und Bass. Außerdem 16 Hits, die manchmal nur vier Sekunden dauern, darunter „MKK3“ oder „Elvis“, „Infinity Ytinifni“ sowieso. –> heim

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Musik 2008. Die Kleinen.

Dezember 22, 2008

1. Portishead – Machine Gun

Ein Lied wie das Ende der Welt. Nur dramatischer. Reduziert auf den titelgebenden Beat, der den Gefrierpunkt neu definiert. Gefangen in den unnachgiebigsten fünf Minuten deines Lebens. Bis zuletzt für etwa 30 Sekunden so etwas wie Erlösung einsetzt. Möglicherweise. Terminatorstyle.

2. Vicky Pollard – Tender Demand

Eine Band, die sich nach einer Figur aus Little Britain benennt, macht erstmal grundsätzlich nichts falsch. Ein Album kommt erst im nächsten Jahr, bisher existieren wohl drei Songs. Einer davon ist „Tender Demand“. Eine Stimme wie zu besten Sleater-Kinney-Zeiten, die richtige Balance aus Aggression und Bedauern und ein Refrain wie ein Faustschlag. Kein Video, nur eine Myspaceseite. 2009 dann auch in anderen Jahrespolls weit oben. myspace

3. Black Kids – I’m Not Gonna Teach Your Boyfriend How To Dance With You

Die schwarzen Jugendlichen mit dem Lied des Jahres was positive Energie angeht auch für Leute, die das sonst als Beleidigung ihrer Lebensweise empfinden. Dazu, ich schreibe es mal so, ein cheesy Keyboard, eine Strophe, dreimal wiederholt, DanceDanceDance. Das Lied, das „I Kissed A Girl“ gern gewesen wäre. Oder auch das Lied, dass jede andere Band einmal im Leben schreiben sollte. Video. Und.

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Audrey. Six Yields.

September 15, 2008


Well nothing is real until it’s lost


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