Wer an Musik interessiert ist, hat ja gerade überhaupt keine Möglichkeit, etwas anderes zu tun als Musik zu hören. Am Samstag schon erscheint „The King Of Limbs“, das neue Album von Radiohead. Die großartigen And You Will Know Us By The Trail Of Dead haben mit “Tao Of The Dead” etwas veröffentlicht, das etliche Durchläufe braucht, um dessen Komplexität auch nur ansatzweise zu erfassen.
Während zu “Simon Werner A Disparu” von Sonic Youth eher das Wort verstörend passt, haben sich Bright Eyes mit “The People’S Key” vorgenommen, wieder an alte Tugenden (also “Digital Ash in a Digital Urn”) anzuknüpfen und schreiben auch dank Liedern wie “Shell Games” zugänglich in kursiv.
Auch schön, dass PJ Harvey zurück ist, gerade mit “Let England Shake.” Mit Hall und Wahn nahezu perfekt in diese Zeit passt “Violet Cries” von Esben and the Witch. “Our Songbook” der Family of the Year hingegen wäre vermutlich besser im Frühsommer aufgehoben, was der Freude beim Hören jedoch keinen Abbruch tut.
Und dann ist da noch Mogwai. Deren “Hardcore Will Never die, But You Will” findet tatsächlich neue Facetten im Genre, was bei Postrock eigentlich nicht so einfach ist. Weit obenstehendes Video zeigt, weshalb ich die zehn Lieder (plus 23minütigen Bonustrack “Music For A Forgotten Future”) gern in Dauerschleife laufen lassen würde, wenn es nicht so viel geben würde, was sonst zu hören wäre.
Zum Beispiel auch Jamie xx von The XX, dessen Remix von Gil Scott-Herons “N.Y. Is Killing Me” mich Ende des letzten Jahres aus den Socken gehauen hat. Jetzt mit kompleten Remix-Album, das gerade hier im Stream zu hören ist.
Und desweiteren gibt es ja noch die kleinen Freuden. Lieder wie “Whip my Hair”, selbstverständlich nicht in der Originalversion von Will Smiths Tochter, sondern von Jimmy Fallon, der sich in eine 1:1 Kopie von Neil Young verwandelt und gemeinsam mit Bruce Springsteen beweist, dass sich auch im größten Übel noch Schönheit finden lässt.
Zum Schluss die bedauerliche Nachricht, dass die unglaublichen Audrey eine Schaffenspause einlegen (was ja eigentlich eine Euphemismus ist für Trennung.) Dafür setzen fünfzig Prozent des Quartetts den einmal eingeschlagenen Weg fort und machen als Mire Kay gar nicht mal so unterschiedliche Musik. “Sea Monkey” wird die bezaubernde erste Single und kann auf ihrer Seite sogar heruntergeladen werden.



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