Posted tagged ‘Clive Owen’

Im Kino. Wer hier nicht staunt, staunt nimmermehr.

Mai 19, 2009

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The Fall

Der Anfang soll dem Besten gehören, was ich seit langer Zeit im Kino sehen durfte. Ein Film, von dem ich nicht viel erwartet hatte und denn ich eigentlich nur sah, weil ich hörte, dass Tarsem Singh vier Jahre daran gearbeitet hat. Und dessen erster Film seit dem visuell beeindruckten, aber inhaltlich eher jloigen “The Cell” ist. “The Fall” allerdings funktioniert auf so unglaublich vielen Ebenen, dass in diesem Fall Worte nicht ausreichen, die Vielfalt angemessen zu beschreiben. Bilder wie Gemälde, um mal eine Floskel zu benutzen, die selten so angebracht war wie in diesem Glücksfall. Wird auch klar, warum es vier Jahre brauchte, um die all die wunderbaren Orte zu bereisen und dass diese wunderbaren Orte tatsächlich existieren, macht deutlich, weshalb man eigentlich mehr reisen müsste.

Außerdem: Die Geschichte. Schlich und ergreifend. Pathetisch und reduziert. Berührend und aberwitzig. Überraschend und mitreissend. Erzählt über Liebe, Kindheit, Krankheit, Kino und das Erzählen von Geschichten. Verschränkt sich ineinander, reflektiert sich, greift ein und verändert. Die tragischsten Tode und wunderbarsten Wiederauferstehungen. Um was hier eigentlich geht? Um den Pflichttermin des Jahres: Ned aus “Pushing Daisies” erfindet in einem Krankenhaus zur Stummfilmzeit für ein kleines Mädchen eine fantastische Geschichte von Rache. Ein Märchen, in jeder Hinsicht. Wer hier nicht staunt, staunt nimmermehr.

Star Trek XI

Und zum nächsten Highlight. Während sich “Lost” einem grandiosen Finale nähert und “Fringe” sich nach einigen Startschwierigkeiten zu einer großartigen zweiten Staffel anschickt, rettet J.J.Abrams mal eben so eine der wichtigsten kulturellen Errungenschaften der letzten hundert Jahre. Der zehnte “Star Trek” Film mit einem geklonten Picard war ja eine ziemlich peinliche Angelegenheit, “Voyager” eher geduldet als respektiert und “Enterprise” größtenteils egal. Und ganz ehrlich: Die Originalserie zu neuen Leben erwecken zu wollen zeugte nicht unbedingt von großer Kreativität.

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Im Kino mit Clive, Clint, Tom und Sam.

Februar 19, 2009

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Diesmal geht es darum, möglichst oft die Worte “System” und “klassisch” zu verwenden.

The International

Das ist so ein Film, dessen Urteil viele bestimmt in einem Wort fällen: sinnlos. Weil [Spoiler] der Zuschauer am Ende genauso verdattert über den Dächern von Istanbul steht wie Clive Owen. Mit nichts den Händen. Der Hydra einen Kopf abgeschlagen, der schon zwei während des Abspanns nachwachsen. [/Spoiler] Nicht Rache hat der Held nehmen können, nicht mal die Option gehabt, auf die Rache zu verzichten und damit zu beweisen, dass er seine Ideale über seinen Gerechtigkeitssinn stellt. Verdammt zur Untätigkeit, was vermutlich das schlimmste ist, was einem Helden im Film passieren kann, so als ob während des Showdown von James Bond plötzlich der Oberbösewicht ausrutscht und vom Dach fällt.

Dabei ist Clive Owen der ideale Held einem klassisch konstruierten Actionthriller: Ohne Familie, ohne Schärfe, ohne nachlässig konstruierte Hintergrundgeschichte folgt er einfach kompromisslos seiner Verpflichtung einer gerechteren Welt gegenüber. Tom Tywker inszeniert das, wie von ihm mittlerweile in Großproduktionen gewohnt, seltsam uninspiriert. Als wäre sein visueller und auch inhaltlicher Wille zur Grenzüberschreitung an Ketten gelegt. Nur hin und wieder gestattet er sich kleine Ausreißer, hält inne, versucht Konturen zu geben, baut Anspielungen auf die Funktionsweise von Thrillern/Filmen ein (“Der Unterschied zwischen Wahrheit und Fiktion? Fiktion muss Sinn ergeben”) und zeigt die Glasfassaden der Hochhäuser einen Tick länger, als das der vergleichbare und wesentlich hektischere Bourne das getan hätte. Aber unterhalb der Oberfläche agiert niemand. Nur Schemen sind dort zu ahnen.

Der fremde Sohn

Clint Eastwood hätte seinen Film auch komplett anders erzählen können. Angelina Jolies Sohn verschwindet und als ihr nach einem halben Jahr ein Junge zurückgebracht wird, ist das nicht ihr Kind. Eastwood lässt von Beginn an keinen Zweifel, dass Jolie nicht irrt. Sein Film hätte ihre Wahrnehmung in Frage stellen können und damit auch den Zuschauer zu einer Entscheidung zwingen können: Glaube ich der Hauptdarstellerin oder glaube ich ihr nicht? Stattdessen eine Geschichte, die einen klassischen Kampf zwischen Gut (Jolie, das Individuum) und Böse (das LAPD, das System) erzählt. Und weil Eastwood etwa 75 Jahre seines Lebens mit Geschichten verbracht hat, weiß er genau, wie Zuschauer reagieren. Und das funktioniert. Schnell ballt man Fäuste angesichts der Ungerechtigkeiten, die Angelina Jolie widerfahren, wünscht dem selbstgefälligen Ermittler die Pest an den Hals und erfährt am Ende jede Menge Genugtuung, [Spoiler] wenn die korrupten Beamten ihrer Strafe zugeführt werden.

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