Letztens war ich Urheber.
Ich habe einen Roman geschrieben. Ich habe sehr viele Stunden damit verbracht. Manchmal war ich voller Euphorie, manchmal frustriert, oft habe ich gearbeitet. Ich nutzte dabei auch die Werke anderer. Für einige Szenen nahm ich die Atmosphäre von The Virgin Suicides zum Vorbild, im Text verwies auf ich Superman, während des Schreibens hörte ich viel Musik. Eines Tages fand ich einen Verlag für mein Manuskript. Ich war froh, weil sich so die Wahrscheinlichkeit erhöhte, dass meine Geschichte gelesen werden konnte. Ich war froh, weil der Verlag sich um Lektorat, Satz, Öffentlichkeitsarbeit, Vertrieb und die Organisation von Lesungen kümmerte, weil er das weitaus besser konnte als ich und ich dadurch Zeit hatte, anderes zu tun. Schreiben beispielsweise. Ich war überrascht, wie viele Menschen in wie vielen Bereichen notwendig waren, um aus dem Manuskript ein Buch zu machen. Ich bin niemals davon ausgegangen, dass sich Kultur anhand ökonomischer Kriterien bewerten lässt.
Letztens war ich Verwerter. (mehr…)



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