Bubbles: “Thin line between heaven and here.”
Einige Zeit lag sie unangetastet da. Die DVD-Box von „The Wire.“ Denn: Eine Copserie? Kann etwas langweiliger sein als unkonventionelle Ermittler, die Mordfälle aufklären müssen? Noch dazu im Drogenmilieu, untermalt von HipHopMusik bzw. irischem Folk? Auf der anderen Seite standen zwei Superlative: komplexeste und beste Serie aller Zeiten. Aller Zeiten. Das kann es natürlich niemals geben. Wobei: nach 60 Folgen mit McNulty, Bubbs, Daniels und The Bunk kommen mir da erste Zweifel.
„The Wire“ erzählt die Geschichte verschiedener Systeme. Davon, wie diese Systeme funktionieren, weshalb sie korrumpierbar sind, weshalb sie scheitern und sich dennoch vor dem Kollaps bewahren. Im Mittelpunkt – und das ist schon falsch. Im Mittelpunkt steht hier nichts und niemand. Sondern verschiedene Gruppen agieren miteinander, manipulieren sich, weil sie einander letztlich bedingen und deshalb brauchen.
Trotzdem: Im Mittelpunkt steht eine Spezialeinheit der Polizei in Baltimore. Die versucht durch eine raffinierte Abhöraktion (eben das titelgebende „Wire“) den Drogenhändler Avon Barksdale zu überführen. Dabei muss die Gruppe sowohl gegen innere wie auch äußere Feinde vorgehen. Im Laufe der fünf Staffeln gesellen sich weitere Organisationen hinzu: die Gewerkschaft, die Politik, die Justiz, das Schulsystem sowie die Medien. Figuren treten auf und ab, Ebenen stapeln sich übereinander, Handlungsstränge verdichten sich.



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