Posted tagged ‘Film’

Coming soon. Kino 2013.

Januar 13, 2013

Was: Knight of Cups / To The Wonder / …
Von: Terrence Malick
Mit: Christan Bale, Natalie Portman, Michael Fassbender, Ryan Gosling, Cate Blanchett, Rachel McAdams, Javier Bardem etc.
Inhalt Das Leben, die Liebe, das Drama. Lensflare.
Hoffnung: In einem Jahr mehr Filme als in 25. Nach Tree of Life aus gutem Grund.
Befürchtung: Entweder Ultimatives über den Menschen an sich. Oder Scheitern im Pathos.

Was: Her
Von: Spike Jonze (mehr…)

Kino. Affen im Arm, Melancholie

November 17, 2012

Skyfall

Die eine Frage: Wie weit kann man sich eigentlich vom Kern entfernen, ohne den Kern zu verlieren? Das Überwesen James Bond als alkoholkranker, alterschwacher, danebenschießender, fast toter, grübelnder, psychologisierender, sich um Andere kümmernder Agent? Welcher zudem in keiner Sekunde Leichtigkeit verbreitet, sondern alle Last der Welt auf seinen Schultern trägt? Kann das noch James Bond sein?

Die zweite, fast wichtigere Frage: Wie kann ein Film, der so viel Wert legt auf “Realismus”, auf Glaubwürdigkeit, auf psychologische Tiefe so viele doofe Logiklöcher lassen? Und wieso gab es die stärkste, beschönigend beschriebend “irritierte” Zuschauerreaktion in der Szene, in der Männerhände Männerschenkel streicheln?

Fraktus

Das Problem vieler sogenannter Mockumentarys ist, dass das ironische Spiel mit der Authentizität seinen Reiz nach fünfzehn Minuten verliert. Danach fällt unweigerlich ins Gewicht, was Sache aller Geschichten ist: die Geschichte. Hier nicht. Hier werden sowohl unfassbare Bezüge zur Realität hergestellt (so dass es nicht mehr möglich sein wird, die Musikgeschichte OHNE Fraktus zu verstehen) als auch Spannungsbögen erzeugt.

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The Dark Knight Rises. Ächzen, wagen, scheitern.

August 1, 2012

Ach, Batman. Du hast dir so viel vorgenommen. Willst den Kapitalismus und damit ein aus dem Ruder gelaufenes Gesellschaftssystem sezieren. Entscheidest dich bei beim Schurken nicht für einen bequemen Weg, sondern für Bane. Gehst sogar das Wagnis ein und bringst Catwoman zurück, obwohl du weißt, dass du dich im Guten (an Michelle Pfeiffer) wie im Schlechten (an Halle Berry) messen lassen musst. Willst den Schwarzen Ritter als Gefallenen zeigen, körperlich und geistig gebrochen. Hast nicht zwei oder fünf Nebenfiguren, sondern mindestens zwanzig.

Und, Batman. Du liebst die Zwischentöne. Bei dir ist niemand nur Held, nur Bösewicht. Bei dir lässt sich die entfesselte 1% Elite ebenso leicht manipulieren wie die 99%. Instrumentalisiert durch die Aussicht auf mehr Geld und mehr Macht, benutzt durch Schlagworte wie saubere Energie, Freiheit des Einzelnen, Entmachtung der herrschenden Klasse. Beide am Ende Opfer der 0,0001%, der ultimativen Schurken.

Ach, Bane. Deine Physis. Deine Kälte. Deine Effizienz. Deine Maske. Deine Maske. Wenn du in deiner Maske gegen den maskierten Batman antrittst, ist es, als würden Kinder leblose Actionfiguren gegeneinander kämpfen lassen und dazu mit verstellter Stimme sprechen. Es sieht ja keiner, was sich in euren Gesichtern abspielt. Da könnt ihr nur über eure Stimmen etwas hervorrufen, Gefühlszustände beispielsweise. Aber diese Tonmischung, Bane. Deine Stimme von deinem Körper getrennt, schwebt über dir, nein, flattert. Kennst du diese amerikanischen Teleshoppingsendungen, in denen überkandidelte Moderatoren dir Küchenhäcksler andrehen wollen? Kennst du die eingedeutschten Versionen davon, die sogenannten Synchronisationen, in denen der Ton niemals synchron zum Bild läuft? So ist das. So sprichst du. Keine Bane, sondern Walter Freiwald.

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Oscar Fringe 2012

Februar 27, 2012

Die Academy Awards in einer besseren Welt

Anfangs scheint es auf dem roten Teppich so wie in jedem Jahr: Die männlichen Filmschaffenden bleiben alle zwei Sekunden stehen, um ihre von ausgewählten Designern bereitgestellte Abendgarderobe den Fotografen und Kameraleuten präsentieren zu können. Die weiblichen Filmschaffenden geben sarkastische Antworten auf die tiefgehenden Fragen der Reporter, während ihre abmagerten Ehepartner neben ihnen verkniffen lächeln. Sacha Baron Cohen betreibt Promotion für seine neue Fakedoku „The Dictator“ und schüttet deshalb die Asche Rick Santorums über verschiedene FOX-NEWS-Mitarbeiter aus. Zuschauer rufen Angelina Jolie Die Arme zu und meinen damit ihre Arme. Auf In-Touch-Online läuft der Liveticker heiß und nicht ein einziges Mal fällt das Wort spectacular. Die deutsche Netzgemeinde zollt Steven Gätjen mit einem eigenen Hashtag Respekt.

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Kino. Wie Menschen, die wir kennen oder gern kennen würden oder sein wollen.

Februar 18, 2012

Der Gott des Gemetzels | Jonas | Moneyball | In Time | Drive | M:I 4 | Submarine | The Descendants | J. Edgar | The Artist | The Future | Cheyenne | Sherlock Holmes 2

Der Gott des Gemetzels

Wenn Theaterstücke fürs Kino aufbereitet werden, ergibt das nicht zwangsläufig eine Win/Win-Situation. Denn Theaterdialoge sind oft auch aus dem Grund geschrieben, damit Schauspieler darin glänzen können. Aber in Filmen sollen Schauspieler nicht glänzen, sondern sein. Also keine Figuren mit Absichten und Funktionen, die Autor und Regisseur für sie vorgesehen haben. Sondern sein. Wie Menschen, die wir kennen oder gern kennen würden oder sein wollen. Je weniger große Geste, desto überzeugender. Und dazu die Beschränkung des Raums. Keine einfache Sache. Roman Polanski fällt dazu nicht gerade viel ein. Routiniert, könnte ich schreiben, was okay ist, könnte ich meinen. Denn Stück und Schauspieler sind gallig genug. Nicht absolut bitterböse und sicher keine Grenzüberschreitung, aber doch so, dass Männer registrieren, wie Kate Winslet Christopher Waltz’ Handy ins Blumenwasser wirft und sich fragen, ob ihre Frauen sie nicht auch so sehen, sich aber im gleichen Moment ironisch davon distanzieren können, weil Christopher Waltz ja immer auch eine beruhigend abstrakte Mischung aus Roy Black und Hans Landa ist. Da ist in jeder giftigen Pointe die Reaktion schon einkalkuliert. Was nicht als Vorwurf gemeint ist, sondern vielleicht das einzige Weg, eine bestimmte Zuschauergruppe nachhaltig zu erreichen.

Jonas – Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin

Interessanterweise heißt es hier: „Fake-Doku”. Dabei ist jeder Dokumentarfilm Fake, zumindest zu Teilen. Denn die hundert Stunden gefilmtes Material ließen sich problemlos auch zu Komödie, Thriller, Drama oder Horrorfilm kombinieren. Die Frage ist eben, was man für Szenen wie aneinanderschneidet und welche Musik dazu gewählt wird. Bei Jonas sind das Die Sterne mit Was hat dich bloß so ruiniert, das als roter Faden durch den Film führt und hoffentlich dazu führt, dass jetzt alle das Lied wiederentdecken und deshalb kostenpflichtig herunterladen und somit einen verdienten Nummer-Eins-Hit schaffen.

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Tree of Life. Enter the Void. Das Leben.

Juni 18, 2011

Ich habe zwei Filme gesehen. Beide versuchen das Leben zu beschreiben. Die Handlungen ließen sich jeweils auf einem Bierdeckel unterbringen. Enter the Void erzählt von einem Junkie, der in Tokio stirbt und danach in einer Art Zwischenwelt darauf wartet, die eigene Seele in den Körper eines Neugeborenen zu überführen. The Tree of Life erzählt die Geschichte dreier Brüder im Amerika der 50er Jahre, deren Charakter vom hartherzigen Vater und einer gütigen Mutter geprägt werden. Außerdem spielen eine wichtige Rolle: Gott und Saurier.

Ich glaube, viele werden diese Filme nicht mögen. Das kann ich gut verstehen. Es sind kitschige, selbstverliebte, pathetische, überlange, überambitionierte Filme, die maßlos sind und voller Ehrfurcht in der eigenen Courage schwelgen. Trotzdem sollte jeder diese Filme sehen. Denn sie bieten etwas an: eine Idee, ein Modell zur Erklärung der Welt und des Lebens. Filme, die so etwas versuchen, müssen auch scheitern. Solche Filme wollen das Große Ganze und verheddern sich dabei in Allmachtsphantasien, verlieren die Bodenhaftung und ordnen besessen alles dem unbedingten Willen unter, das LEBEN auf der Leinwand erklären zu wollen, so dass jedes Bild, jeder Satz, jede Geste schreit: seht her, ich kenne das Leben und ich erkläre euch das Leben.

Niemand wird gern angeschrien.

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2009. Was gelernt.

Januar 2, 2009

20091

Das neue Jahr beginnt, weil das alte Jahr vorbei ist. Und wäre 2009 ein Film, dann hätte jeder schon den Trailer gesehen und würde mit den denkbar schlechtesten Erwartungen (nicht) ins Kino gehen und sehen: einen C-Movie Horrorstreifen, dem in letzter Minute das Buget radikal gekürzt wurde, gedreht von einem mitleidslosen Regisseur, dessen größten Erfolge fast auf den Tag genau 80 Jahre zurückliegen, ein dilettantisches Machwerk besetzt mit einem gesichtslosen Bösewicht namens Angst, dessen Hoffnungsträger zynischerweise von einem unmöglichen Helden gegeben wird, der, soviel ist klar, als Held nur scheitern kann, wenn er eine Welt retten will, deren größtes Problem die Pendlerpauschale ist.

Ein Streifen wie gemacht für alle Fatalisten, die gern mit diebischer Freund den untersten Stein aus dem Jengaturm ziehen und dabei genau den Ausdruck im Gesicht der Mitspieler im Blick haben. Die nächsten 365 Tage sitzt jeder gebannt im Kinosaal und wartet mit einer seltsamen Unruhe darauf, ob es wirklich so schlimm kommen wird, wie man spekuliert. Ein Gefühl, welches man auch aus Adam-Sandler-Filmen kennt. Nur, dass in diesem Fall Josef Ackermann die Witze unterhalb der Gürtellinie macht und über den Credits beim Abspann Musik von dem Mann mit der Mundharmonika läuft.

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