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Alben 2012. Ebenso betörend wie bedrohlich.

Dezember 23, 2012

1. Cloud Nothings – Attack on Memory

Manchmal genügt ein Durchlauf und sofort wird klar: das wird bleiben. Das wird mich auch in zehn Jahren mitreißen. Das wird für einen Moment stehen und dennoch darüber hinaus gelten. Achtmal Wut und Zorn, Unverstandensein und Dagegensein, all die Kraft und Verlorenheit, unmittelbar, großartig. Da steht Dylan Baldi ohne jeden Schutz und brüllt seine Angst hinaus, durch Gitarren hindurch, die Chaos sind und gleichzeitig Ordnung schaffen, brüchig und ungelenk und überschwänglich. Nicht zufällig hieß auch bei »In Utero« der Produzent Steve Albini. »Attack on Memory« ist mehr als ein Nachfolger. Das ist Vergangenheit, das ist Zukunft. Das ist der Augenblick. So wunderschön in seiner Schroffheit.

2. The xx – Coexist

Anfangs hörte ich und dachte: da passiert ja eigentlich nichts weiter. Da bleibt ja alles in einer Tonlage, da verschwimmen die Stücke ineinander, da gewinnt der Klang gegen das Lied. Und »Angels«, die erste Single, erschien mir unpassend unspektakulär. Dabei hätte ich es besser wissen müssen, gerade nach dem Debüt. Eine lange Zugfahrt später glücklicherweise das Gegenteil dieser Annahme. Und die Gewissheit: der Klang gewinnt gegen das Wort. Und der Klang ist es, der fällt und fällt und fällt, um Ende mit den wenigsten Tönen das meiste zu erreichen.

3. Godspeed You! Black Emperor – ‘Allelujah! Don’t Bend! Ascend!

Vor diesem Album hatte ich Angst. Was, wenn es nicht die Erwartungen erfüllen könnte? Wenn auch nur eines der beiden Lieder misslungen wäre oder schlimmer noch, gewöhnlich? Was, wenn die Band sich selbst entzaubert hätte? Wäre dann nicht alle Magie hinfort, könnte ich dann »East Hastings« oder »Rockets Fall on Rocket« überhaupt noch unvoreingenommen hören? Dann aber »We Drift Like Worried Fire«. Oder viel mehr noch »Mladic«. Was Postrock kann, ist hier. Oder – wie bei Pitchfork stand: »Godspeed’s music isn’t really all about political anger, or even living in trying times– at its heart, there lies a much more fundamental belief in the basic dignity of people.«

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Jahresliste: Alben 2011. Hyperrealitäten im Zehnerpack.

Dezember 18, 2011

1. Dillon – This Silence Kills

25. November 2011. Lese diesen Tweet. Beginne gleich darauf die Suche nach legalen Möglichkeiten, mehr von Dillon zu hören. Breche nach der Textzeile “You don’t like Sonic Youth? / So fuck off and die too!” in die Stadt auf. Stöbere in den beiden verbleibenden Geschäften der Stadt, die noch Tonträger verkaufen, nach This Silence Kills. Finde nichts. Kehre zurück nach Hause. Kaufe das mp3-Album. Höre This Silence Kills drei Wochen am Stück. Glaube, kratze immer noch nur an der Oberfläche. Suche nach Superlativen, welche angemessene Worte sein könnten. Finde bisher keine.

2. Yuck – Yuck

Yuck sind Speerspitze des ersten Revivals, von dem ich gern behaupte, das Original hätte ich schon einigermaßen mitbekommen. Und im Gegensatz zu Eurodance oder Roxette finde ich das heute mindestens genauso gut. Warpaint haben ja im letzten Jahr schon einmal vorgemacht, wie es klingen kann, wenn der 90er Jahre College-Alternative-Postgrunge-wasauchimmer neu interpretiert wird. Auch J. Mascis hat 2011 ein fantastisches Album veröffentlicht und Wet Paint zitieren auf Woe außerordentlich gelungen die großen Vorbilder. So leichtfüßig wie Yuck schafft das allerdings niemand. Jedes Stück klingt wie ein Klassiker, der schon zwanzig Jahre auf dem Buckel haben müsste und den man deshalb um so lieber hat. Was unbedingt als Kompliment zu verstehen ist.


3. Low Vertical – I Saw a Landscape Once

Es ist natürlich unangemessen, eine Band gegen die andere auszuspielen. Trotzdem muss ich schreiben, dass mich Radioheads The King of Limbs komplett kaltgelassen hat. Ganz im Gegenteil zu Low Vertical. Deren Importalbum I Saw a Landscape Once ist, polemisch verkürzt, die beste Radiohead-Platte seit Amnesiac. Denn hier steht trotz aller elektronischen Experimentierfreude immer das Lied im Mittelpunkt. Wächst und wächst und wächst, bis es unverzichtbar wird.

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Jahreslisten: Lieder 2011. Fünfundsiebzig außerkörperliche Erfahrungen.

Dezember 15, 2011

Jede Liste ist ein Ausdruck von Scheitern. Deshalb könnte hier auch die Top 4, 8, 15, 16, 23 oder 42 stehen. Würde genausoviel Sinn ergeben und ebenso wenig. Sind aber 75 Lieder geworden, von denen ich hoffe, dass sie mich weit über 2011 hinaus begleiten werden.

1. Adele – Rolling In The Deep

Wie schrieb ich vor knapp einem Jahr: Kaum sind jedoch meine Die besten Lieder 2010 gewählt, ist mir klar, was „Rolling in the Deep“ ist: ein Klassiker. Jetzt schon unverzichtbar. Anders gesagt: Ich möchte, dass die kommenden Tage nur aus diesen drei Minuten dreiundfünfzig Sekunden bestehen. Ersetze “die kommenden Tage” durch “2011″ und es ist das Lied, was ich etwa 200+ mal gehört habe (und davon etwa die Hälfte im Supermarkt). Aber egal. Denn spätestens ab There’s a fire starting in my heart sind alle eventuellen Übersättigungsgefühle auf Null gesetzt.

And you played it to the beat

2. Heather Nova – Everything Changes


Even the pain hurts like it should

3. Street Chant – Less Chat More Sewing

Wenn man von Musik begeistert ist, dann spricht man oft davon, dass sie einen direkt erwischt. Ohne Vorwarnung, aus dem Nichts taucht etwas auf und krallt sich fest. Im Kopf, im Körper, womit man Musik eben erfassen kann. Erst viel später wird klar, was eigentlich passiert ist. Oder auch nicht. Was meistens auch besser so ist. Musik nicht verstehen, sondern eine Hand zur Faust und mit der anderen sich die Gegenwart krallen. Und weil man ich ist, schreibe ich: Ich habe nichts verstanden. Möchte aber, dass die nächste Revolution von diesem Lied angeführt wird.

There’s no point in hating / but`ll do it anyway

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Sinn und Unsinn von Jahreslisten.

Januar 6, 2011

Wie unsinnig es eigentlich ist, Jahreslisten zu erstellen, zeigt folgendes Beispiel hervorragend. Noch während ich dabei bin, aus einem guten Musikjahr die Musik zu filtern, von der ich glaube, dass sie mich noch einige Zeit begleiten könnte (siehe: Superlative im Zehnerpack sowie Fünfundsiebzig Fixsterne höre ich zum ersten Mal Rolling in the Deep von Adele. Da passiert noch nichts. Kaum sind jedoch meine Die besten Lieder 2010 gewählt, ist mir klar, was “Rolling in the Deep” ist: ein Klassiker. Jetzt schon unverzichtbar. Anders gesagt: Ich möchte, dass die kommenden Tage nur aus diesen drei Minuten dreiundfünfzig Sekunden bestehen. Allein der Moment, wenn es heißt:

The scars of your love remind me of us
They keep me thinking that we almost had it all

Ein Lied, welches natürlich weit mehr als Fixstern ist und im Universum der Hymnen übers Verlassen-werden wahrscheinlich am hellsten strahlt – und, wenn man also ehrlich ist, in die Liste für 2010 weit weit weit an Spitze gehört.

Was ja nun nicht mehr geht. Was eigentlich Unsinn ist, weil ich die Liste selbstverständlich jederzeit ändern und anpassen könnte. Und damit als die Momentaufnahme entlarven würde, die sie darstellt. In diesem einen Augenblick habe ich geglaubt, etwas bedeutet mir mehr als etwas anderes. Was für niemanden in der Welt irgendeine Bedeutung hat. Außer für mich. Jedenfalls höre ich seitdem “Rolling in the Deep” mit der Begeisterung, mit der jeder auf der Welt es hören sollte. (Und sich dabei gern an ebenso vorzügliche “Hometown Glory” errinnern könnte, gern auch im Chewy Chocolate Cookies Remix. Listen ergeben keinen Sinn. Musik schon. Keine neue Erkenntnis. Schön, dass wenigstens etwas auch 2011 Bestand hat.

Unsinn hingegen ist es, dass elegante und tolle Orginalvideo von “Rolling in the Deep” für Deutschland zu sperren. Sowie den für 2011 gefassten Vorsatz zu brechen, keine Weltraummetaphern mehr für Musik zu verwenden.

Jahresliste: Alben 2010. Superlative im Zehnerpack.

Dezember 23, 2010

1. Tocotronic – Schall & Wahn

Mittlerweile könnte ich fünfzig oder viel mehr Begebenheiten zu dieser Band erzählen. Mit “Schall & Wahn” kommt mindestens eine neue hinzu. Weil: hier ist alles Irritation. Das Blumenstrausscover. Die verschachtelten Texte. Die Ausbrüche aus dem Uneindeutigen. Das Ausschweifen der Musik. Und selbst das obligatorische Lied, bei dem sich mir die Fußnägel aufrollen, ist dabei: “Die Folter endet nie.” Ansonsten viele musikalische Ebenen. Ein langer Weg von “Ich bitte dich” bis zu “Gift.” So gut wie keinen Schritt davon möchte ich missen. Auch weil “Im Zweifel für den Zweifel” möglicherweise alles zusammenfasst, für was die Band stand und steht. Fürs Zerreißen der eigenen Uniform. Unter anderem.

2. Turbostaat – Das Island Manøver

Das ø gibt die Richtung vor. Denn dieser kryptischer Postpunk geht glücklichweise keine Kompromisse ein. Eine Einheit von Text und Musik, die ebenso rätselhaft wie rätselhaft ist. Wer behaupten kann, jede Zeile verstanden zu haben, muss lügen. Dabei wird Entschlüsseln allgemein überwertet. Wichtig ist doch, was das Rätsel mit einem macht. In meinem Fall: das Beste. Sowie: Assoziationen, die mittlerweile Welten erschaffen haben. Großer Pluspunkt im Wunderwerk sind die präzisen Gitarren. Und wird auch im nächsten Jahr eine Rolle spielen. Hand in Hand mit Tigern.

3. Spaceman Spiff – Bodenangst

Jedenfalls wäre es absurd, schon zum dritten Mal eine unreflektierte Lobeshymne an den Peter Pan der Melancholie zu schreiben. Denn im Prinzip ist das Entscheidende längst gesagt: “Spaceman Spiff singt Texte, die in jedem Wort mehr Herz und Hirn haben als das Gesamtwerk von … . Und an dieser Stelle kann man ganz objektiv 97 Prozent aller deutschsprachigen Musik einsetzen und bei Bedarf sowie in Zuständen der Melancholie noch ein oder zwei Prozente addieren.” Daran hat sich ein halbes Jahr und zwei Konzerte später nichts geändert. Man wünscht ihm die Weltherrschaft.

4. Stars – The Five Ghosts

Stars. Bisher außer “Elevator Love Letter” ein weiteres kanadisches Superkollektiv, welches in jeder Menge Harmonie schwelgt. Dann aber “The Five Ghosts.” In dieser Rubrik rufe ich ja gern mit zweifelhafter Selbstverständlichkeit das Popalbum des Jahres aus, ohne dabei zu begründen, was unter Pop zu verstehen ist. Eine Erklärung zur Definition wird 2010 überflüssig. Man muss nur diese elf fabelhaften Stücke hören. Einen Favoriten zu nennen fällt schwer. Weil doch hier alles am perfekten Platz ist. Wohlklang und Melodie in Vollkommenheit.


5. Danger Mouse & Sparklehorse – Dark Night of the Soul

Mark Linkous wird fehlen. Dies ist das traurige Fazit dieses schon 2009 erschienenen Tributs. Das andere: die meisten Gastsänger waren selten besser als hier: Julian Casablancas, Nina Persson, Jason Lytle, Gruff Rhys … die Liste ließe sich fortsetzen. Ein Best-of, eine Greatest-Hits-Kompilation, die auf den Punkt die Stärken jedes Beteiligten ausspielt. Und deshalb umso schmerzhafter anzuhören. Weil doch klar ist: so wird es nie wieder sein.

6. These New Puritans – Hidden

Meiner Deluxe-Ausgabe lag ein gebundenes Notenbuch bei: “Hidden” für alle Interessierten zum Nachspielen. Selbstverständlich ein vergebenes Unterfangen. Denn Musik ist soviel mehr als nur Noten zu spielen. Gerade bei dieser ersten bedeutenden Sinfonie der Dekade. Hier werden Grenzen gesprengt und zu einem Gesamtkunstwerk zusammengefügt, zu dem man wahlweise tanzen oder Dissertationen verfassen kann.

7. Olafur Arnalds – And They Have Escaped the Weight of Darkness

Dagegen eine Frohnatur: Eyjafjallajökull.

8. Warpaint – The Fool

Da war ich erstaunt, für wieviel Aufsehen “The Fool” gesorgt hat. Weil: beim ersten Höreindruck scheint die Musik unspektakulär. Verspielt um die Ecke gedacht, ohne klare Strukturen, ein Sog gewissermaßen. Deshalb ja auch “Undertow.” Und wie das bei einem Sog so ist: irgendwann hat er einen. Lässt er nicht mehr so schnell los. Trotz des Verzichts auf die Postrockelemente. Willkommen in der Vergangenheit.

9. Die Sterne – 24/7

Eine Menge ist passiert, seitdem ich das erste Mal dachte: “Naja. Disko. Und wo sind die Texte?” Denn Slogans funktionieren auch. Ausgezeichnet. Und das ist der Verdienst einer Band, die seit so vielen Jahren für so viele Worte und Melodien sorgt, die längst ihren Weg in den Alltag gefunden haben. Deine Pläne stehen? Du solltest meine sehen.

10. Dendemann – Vom Vintage verweht

Sprechgesang. Nicht unbedingt das Genre, zu dem ich gern etwas zu sagen habe. Das war in diesem Jahr etwas anders. M.I.A., Kanye West, Kid CuDi und eben Dendemann. Von Vorteil natürlich, dass er diesmal auf Gitarren setzt. Und viel mehr noch auf Wortspiele. Die sind natürlich albern. In etwa ein Prozent der Fälle. Der ganze Rest ist eine einzige Freude. Hintergründig, auf der Höhe der Zeit und niemals altklug. Was er hier in vier Minuten verbrät, dafür würden neunundneunzig Prozent der Stand-Up-Comedians und auch viele andere, die beruflich mit Sprache zu tun haben, ihr letztes Hemd geben.

Ebenso wichtig:

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Jahreslisten: Lieder 2010 | Fünfundsiebzig Fixsterne.

Dezember 21, 2010

Selbstverständlich ist es vollkommener Unsinn, eine solche Liste zu erstellen. Warum 75 Plätze und nicht 101 oder 23? Sollte HGicht tatsächlich vor “The Aftermath” oder “Sometimes Things Get Broken” platziert sein? Kann man “Knut” und “NY is killing me” tatsächlich objektiv miteinander vergleichen? Ist es gerechtfertigt, die ersten acht Plätze für deutschsprachrige Titel zu reservieren? Letztenendes ist das egal. Weil das Erstellen dieser Liste eine meditative Funktion erfüllt hat. Beim Beschäftigen mit der Musik in diesem Jahr ist mir noch einmal klar geworden, wieviel ausgezeichnete Musik es in diesem Jahr gegeben hat. Wie sehr mir die Lieder der ersten dreißig (plus x) Plätze in den vergangenen 365 Tagen ans Herzen gewachsen sind. Und die Sicherheit zu wissen, dass mich diese Texte und diese Melodien noch begleiten werden. Deshalb diese Liste. Die Zahlen davor kann man sich ja wegdenken.

1. Tocotronic – Im Zweifel für den Zweifel

Im Zweifel für die Zwischenstufen. Für das Zaudern. Für die äußerste Zerbrechlichkeit. Mehr Mut machen kann kein Text.

Im Zweifel fürs Erzittern beim Anblick der Chimären

2. Turbostaat – Pennen bei Glufke

Manchmal genügt der erste Klang (in diesem Fall geschlagene leere Gitarrensaiten) und man weiß: man gehört zusammen. Glufke vs. den Mob, gegen die diffuse Bedrohung, gegen sovieles, was nicht richtig läuft. Wobei richtig natürlich immer noch von einem selbst definiert wird. Fünf Akkorde, die alles haben, was wichtig ist.

Aufgelöst In der ganzen Welt / Und Angst vor dem Fremden / Wie soll denn sowas gehen?

3. Spaceman Spiff – Egal

Prinzipiell könnte man den ganzen Text mit Zitaten von Spaceman Spiff füllen und wenn die Welt diesen Text dann lesen würde, wäre die Welt besser, schlauer und ehrlicher. Gesungen allerdings, mit Zweifeln und Glockenspielmoll in der Stimme, wird der schwer zu beschreibende Zustand, der das eigene Leben sein könnte, plötzlich in drei oder fünf Minuten auf einen Punkt gebracht, der Umfang und Gewicht mehrerer Sonnensysteme hat.

Komm, nimm Deine Tanzschuhe mit / wir verschwinden in Musik

4. Herrenmagazin – Alle sind so

Quasi der exakt identische Effekt wie beim Vorgängeralbum “Atzelgift” und “Der langsame Tod eines sehr großen Tieres”: Da war mal ein Gefühl. Riesengroß und gewaltig, so dass es einem fast die Luft nahm. Eine eigene Welt, in der man selbst Mittelpunkt war. Ein Basslauf, zwei gezupfte Töne auf der Gitarre, dazu genau die Worte, die man immer im Kopf hatte, die aber auf dem Weg nach außen verloren gingen. Gedanken über Singlekrüstchen und die eigene Identität wird mit der Neon und den Followern bei Twitter abgeglichen. Ein ganz normales Leben also. Und dann kommen Herrenmagazin.

Keiner will so sein, doch alle sind so / Im Zweifel gut gemeint / Doch alle sind so

5. Dendemann – Papierkrieg

Dendemann erzählt von Rentern im Park, Schachspielen und Steuerberatern. Dazu sampelt er “Explosionen” von Tocotronic. Reicht.

Ein paar Eichhörnchen bilden einen Kreis um mich / Doch als sie anfangen an meinen Zetteln zu nagen / platzt mir aber so was von der speckige Kragen

6. HGicht – Künstlerschweine

HGicht, die Broken Social Scene Deutschlands. Statt Harmonie im Kollektiv Schranz an der Tanke. Die obligatorische Ballade jeder Band beschäftigt sich mit dem Phänomen Perfomancekunst. Mehr davon und weniger Flashmobs in Telekommunikationsreklamen. Die Szene, in der der Elfenpolizist aus “Tutenchamun” aus Lego ein Kunstwerk bastelt, verstört mich auch beim zehnten Anschauen noch.

Er kommt aus Kiel / und weiß nicht viel / doch genug um ihr zu imponieren

7. Wir sind Helden – Meine Freundin war im Koma und alles, was sie mir mitgebracht hat, war dieses lausige T-Shirt

Verstanden habe ich nicht, weshalb gerade diese Band so angefeindet wird. Oder weshalb ein so biederer Schlagerfuzzi wie Unheilig mit Kalendersprüchen Millionen von Platten verkauft, aber “Bring mich nach Hause” eher so am Rande lief. Weil “Meine Freundin war im Koma…”, das Lied mit dem eher krawalligen Titel, doch so deutlich zeigt, weshalb die Band zu den Guten gehört. Wer hier nur einmal atmet oder zwinkert, hat schon alles verpasst.

und hinten drauf steht kleingedruckt / dann noch World’s End

8. Gisbert zu Knyphausen – Seltsames Licht

Seltsamerweise ist dieses Lied meine erste Begegnung mit Gisbert zu Knyphausen. Bei Facebook zeigen ja alle zwei Tage Statusmeldungen an, wie sehr seine Texte und Gitarre doch geschätzt werden. Vielleicht 2011 für mich auch auf Albumlänge. Weil:

Und so wie es war, soll es nie wieder sein / So wie es ist, darf es nicht bleiben / Wie es dann wird, kann vielleicht / nur der bucklige Winter entscheiden

9 . Blur – Fools Day

Eine Menge Rückkehr gab es 2010. Wie in jedem Jahr. Über keine habe ich mich mehr gefreut als die von Blur. In der originalen Besetzung. Zu viert. Mit einem Lied, welches zu ihrem besten gehört. Schlicht und doch ergreifend, abgeklärt und punktgenau. Die Hoffnung ist, dass die Band dies genauso sieht und deshalb bald ein Album aufnimmt.

So meditate / On what we’ve all become / On a cold day in springtime

10. The Kays Lavelle – Aftermath

Knapp sechs Minuten, nach denen nichts mehr so ist, wie es war.

I am not scared

11 – 30

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Jahreslisten: Alben 2009. Superlative im Zehnerpack.

Dezember 23, 2009

1. We were promised Jetpacks – These Four Walls

Es wäre unverantwortlich, dieses Album, das alles richtig macht, dieses Album, welches ich so oft wie kein anderes in diesem Jahr gehört habe, nicht den Spitzenplatz zu geben. Denn was hier passiert, hatte ich in einem ersten Überschwang der Gefühle nur unzureichend und viel zu unpathetisch mit

Wo jeder Ton dazu anregt, Städte abzufackeln, die Fäuste in die Luft zu recken und sich dann aber doch lieber überwältigt von all den perfekt aufeinander abgestimmten Klängen in die Boxen fallen lässt

beschrieben. Dass die erste Single”Quiet Little Vocies” all das zusammenfasst, was ich am Genre die letzte Dekade habe lieben gelernt. Wie überhaupt das gesamte Album ein Ausrufezeichen ist für die Musik, die irgendwie mit “Is This It” begann und mit “Silent Alarm” vermutlich im Zenit stand. Wie oft ich bei “This Is My House, This Is My Home” auf repeat drückte. Wie überraschend sich “An Almighty Trud” ins Gesamtkonzept ausnimmt und dennoch genau an die finale Stelle gehört. Und wie sehr ich alle beneide, die diese Band in diesem Jahr live sahen.

1. The XX – The XX

Es wäre unverantwortlich, dieses Album, das alles richtig macht, dieses Album, welches ich so oft wie kein anderes in diesem Jahr gehört habe, nicht den Spitzenplatz zu geben. Und nachreichen muss ich den Text, wie großartig diese Band und ihre Musik ist. War es anfangs die Reduktion auf das Lebensnotwendige bei “Basic Space”, war es später die Reduktion auf das Lebensnotwendige bei allen anderen Liedern, die eine geradezu hypnotische Wirkung entfachten. Anders gesagt: Selten zuvor hatte ich ein derart körperliches Bedürfnis verspürt, Musik zu hören wie im September dieses Jahres. Ein Debüt, das wächst und wächst, bis es überlebensgroß alles andere in 2009 überragt und alle Spitzenplätze rechtfertigt, die gerade so vergeben werden. Ein zeitloser Klang von Eiseskälte.

3. The Joy Formidable – A Balloon Called Moaning

Vermutlich das Yeah Yeah Yeahs Album, das ich mir immer gewünscht habe. Jedenfalls in der ersten Jahreshälfte so oft gehört wie nichts sonst. Würde ich bei Last.fm scrobbeln, wäre der Balken dort dreimal so lang wie jeder andere schrieb ich, mit dem Wissen, dass in diesem Fall Qualität Ursache der Quantität war. Das mitreißende “The greatest light is the greatest shade”, “Cradle” sowieso und das stampfende “Whirring”. Wie so vieles in diesem Jahr viel zu kurz.

4. Sometree – Yonder

Auf plattentest hieß es treffenderweise: “Wenn Rockbands immer geradeaus laufen dürften, müsste man auf Sometrees sechster Platte eigentlich nur noch Stille hören.” Denn was sollte nach dem überirdischen “Bending The Willows” kommen? Reduktion ganz sicher, ein Verharren in vertrauten Strukturen, weniger Ausbrüche, mehr ein Austrudeln von Klängen. “Sink Or Swim” ist deshalb das untypische Aushängeschild eines Albums, das seine größten Augenblicke in den Implosionen hat.

5. Soap&Skin – Lovetune for Vacuum

Was sich abzeichnet, trifft schließlich ein. Die ersten Lieder von “Lovetune for Vacuum” wanderten ja schon lange vor 2009 umher. Und klar war, dass, falls es einmal zu einem Album kommen sollte, es anstrengend werden würde, viel Zeit mit Anja Plaschg zu verbringen. Weil einfach ist anders. Das kratzige “Cry Wolf”, die Dramatik von “Turbine Womb”, die Endgültigkeit von “Fall Foliage”: wer sich dieser Musik aussetzt, muss sich auch mit sich selbst auseinandersetzen. Klavier und Stimme und eine Reise ins Herz in der Finsternis.

6. The Rural Alberta Advantage – Hometowns

Eigentlich in den USA 2008 erschienen und wird vermutlich erst 2010 hier für Aufsehen sorgen. Müssen. Als Beweis auch ein Zitat: Musik für alle, die in der Provinz aufgewachsen sind und denen schon einmal das Herz gebrochen wurde. Zärtlich umarmen sie die Unzulänglichkeiten des Lebens, um sie in nahezu makellosen akustischen Kostbarkeiten zu verarbeiten. Wobei sich akustisch und vorwärtsrumpeln die Waage halten. Was allein “Drain The Blood” und “Don`t Haut The Place” für Glanzpunkte setzen.

7. 65DaysofStatic – Escape From New York

Sehr originell ist es sicher nicht, das Livealbum einer Band, deren bisherige Alben sowieso schon auf den vorderen Plätzen hier zu finden waren, auf einen vorderen Platz zu setzen. Andererseits: “Escape From New York”. In Musik gegossene Euphorie, weil Postrock nie körperlicher war als hier. Gerade in Verbindung mit der beiliegenden DVD, welche die Amerikatour dokumentiert, mehr als die Bilanz eines Schaffen. Musik wie ein Artefakt in einem schlechtkomprimierten jpg.

8. Eels – Hombre Lobo

Ein Schrei in Rot. So begann das Aufeinandertreffen mit dem siebenden Studioalbum der Eels. In “Fresh Blood” rennt E durch eine blutgetränkte Stadt und jedes Mal, wenn er heult, ist das ein Fäusteballen, denn: seit “Souljacker” ist die Band, die mit “Electro-Shock Blues” eines meiner Allezeitfavoriten aufnahm, etwas egaler. Aber “Hombre Lobo” bündelt die Stärken, die gerade hier besonders in den ruhigen Momenten liegen. Beweis dafür “The Longing” und viel mehr noch “That Look You Give That Guy”. Für abrasierte Barthaare, die traurig im Waschbecken liegen und darauf warten, in den Abfluß gespült zu werden.

9. Lilly Allen – It’s Not Me, It’s You

Lilly Allen. Lange Zeit unterlief sie ziemlich deutlich meinen Aufmerksamkeitsradius. Und dann “The Fear”. Kann man das besser über die 00er Jahre sagen als And I am a weapon of massive consumption / and its not my fault it’s how I’m program to function? Und was eine Ausnahmeerscheinung auf einem belanglosem Popalbum eines belanglosen Popsternchens sein könnte, ist die Regel. Auch auf die Gefahr hin, es auf ewig und mit Blick auf “Yes” von den Pet Shop Boys mit Bekannten zu verscherzen: “It’s Not Me, It’s You” ist nicht nur das beste Popalbum des Jahres, sondern der letzten x-Jahre. Unterschiedlich in der Ausführung, originell, konsumierbar, tanzbar, so nah an der Zeit wie möglich und mit Eiern. Fuck you (Fuck you) Fuck you very, very much

10. Warpaint – Exquisite Corpse

Ein Album, wahrscheinlich eher eine EP, die garantiert noch nicht erschienen ist. Aber gehört. Auf myspace. Komplett. Und hat so mein muskalisches Weltbild in diesem Jahr beeinflußt. Verhuschte Klangexperimente könnte man schreiben, schüchterner Postrock mit viel Hall und einem Gesang, der in “Dragon Age” von einer magischen Heilerin mit Spezialfähigkeit Bardin ausgeführt werden sollte. “Stars” heißt das Meisterstück, so zart das Licht, dass selbst Motten darin nicht verbrennen.

Auch super bis wirklich sehr gut waren:

Mono – Hymn to the Immortal Wind

UME – Sunshower EP

Scraps of Tape – Grand Letdown

The Pains of Being Pure at Heart – The Pains of Being Pure at Heart

…Trail of Dead – The Century Of Self

Yeah Yeah Yeah – It`s a blitz

Sophia – There Are No Goodbyes

Kings Of Convenience – Declaration Of Dependence

The Cloud Hyme – A Seed Buried In The Ground

Pet Shop Boys – Yes

Boxhamsters – Brut Imperial

Klez.e – Vom Feuer der Gaben

Sonic Youth – The Eternal

The Prodigy – Invaders Must Die

Future Of The Left – Travels With Myself And Another‎

Jahreslisten: Lieder 2009 | Top 100

Dezember 19, 2009

Meine erste Top 100 Liste jemals. Voller Sorgfalt aus 450 möglichen Kandidaten erstellt. Außer Konkurrenz laufen drei Lieder, deren Interpreten mit ihren Alben in diesem Jahr auf den ersten Plätzen zu finden sind und deshalb, um die Balance zu halten, hier erwähnt werden müssen:

The XX – Basic Space

We Were Promised Jetpacks – Quiet Little Voices

Sometree – Sink Or Swim

Ansonsten gilt:

1. Element Of Crime – Am Ende denke ich immer nur an dich

Ein Lied aus einem “Gehtso” – Album, welches im ersten Hörgang nahezu komplett an mir vorbei zog. Dann aber, in der Straßenbahn in Köln, eine volle emotionale Breitseite. Was in erster Linie am Text liegen könnte. Genaues Beobachten läuft Hand in Hand mit Poesie und einer Zustandbeschreibung einer Leidenschaft, die ebenso verzweifelt und verfahren wie ein Alltag auf dem Spielplatz sein muss.

Wie viele Erdbeereise muss der Mensch noch essen / Bevor er endlich einmal sagt: “Ich bin dafür”

2. Depeche Mode – Wrong

Ein Lied, das es in seiner Endgültigkeit fast mit “In Your Room” aufnehmen kann. Ein Satz, den ich bestimmt nicht oft schreiben werde. Abgründigkeit natürlich, aber ohne die Beliebligkeit, mit der die Band seit vielen, vielen Jahren einfach erprobte Versatzstück aneinanderschraubt. Ein echter Schrei, möchte man meinen. In Verbindung mit dem alptraumhaften Video (das ich noch immer nicht komplett durchschaut habe) der dunkelste musikalischste Moment dieses Jahres.

With the wrong tune played / till it sounded right, Yeah!

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3. Boxhamsters – 1982

Die lieben Boxhamsters. Pro Platte ein Lied für die Ewigkeit. Statt “Beende Deine Jugend”, “Takeshi” “Lurchi” und “Süßwasserexperte” diesmal der sentimentale Ausflug in ein Jahr, für das Oliver Geißen wieder nur Thomas Stein befragen würde und dieser Nena sagen würde. Stattdessen jede Menge Schlaglichter in ein Gegenleben und eine Killermelodie, die auch im Instrumental nichts verliert.

zärtliche Bakterien mit Revolvergebiß / und die Limbotänzer werden mit einem Glückskeks begrüßt


4. The Rifles – Great Escape

Wenn die Boxhamsters über die Vergangenheit erzählen, dann die Rifles über heute: Join a local gang and get a cool nickname. Bzw. darum, um was es immer geht: Waiting for the day you’re not looking for something else. Da ist moderner Britpop, natürlich, der jede Menge Zitate einbaut und trotzdem einen nahezu perfekten Popsong schafft. 3 Minuten 30 Sekunden nicht ohne Zufall, die man in Schleife tagelang anhören kann.

Buy a brand new semi next door to the Taliban

5. The Cloud Hymn – To The Postmodern Man

Über ihm der Himmel so grau wie eine Schiefertafel, darunter liegt ein Wald, erstarrt in Kälte. Zwischen den Bäumen steht The Cloud Hymn, steht John Nielsen, eine Gitarre in der Hand. Burn all of your bridges with nothing left behind singt er und das ist der Moment, in dem Blut wieder zu fließen beginnt und rote Flecken auf die Wangen zaubert.

Burn all of your bridges with nothing left behind / Who needs reason or rhyme?

Anhören

6. The Minor Leagues – Good Boys

Perfekter Popsong, Teil zwei. Wenige Einträge unter diesen wurde darauf hingewiesen. “Weniger Dezember geht nicht” stand dort. Was ich jetzt schreibe: Trompeten herrschen. Und der Einstieg zum Refrain. Der Refrain sowieso. One, two, three, four, five, six, seven, all good girls they go to heaven. Wird hoffentlich nie vom Radio entdeckt, dann würde dieses Lied vermutlich immer für alle Zeiten nonstop laufen. Aber selbst das wäre nicht die Hölle.

Jesus why did you give me a conscience / if I can’t use it to influence my actions?

7. Phoenix – Lisztomania

Auch hier der Beat. Leichtfüßig und ziemlich kongenial im Mashupvideo mit Ausschnitten aus dem “Breakfast Club” illustriert. Da in Weimar sowieso immer Liszt ist, macht das jetzt auch musikalisch Sinn. Weitaus weniger als der Text, aber wer hier auf den Text hört und sich nicht bewegt, ist sowieso selbst schuld.

This is show time

8. Ghost Of Tom Joad – Into The Wild

Eine deutsche Band, was so nicht zu vermuten ist, bis bei 2:40 Minuten plötzlich über die Karpaten gesungen werden würde. In deutscher Sprache. Davor englisch, auch musikalisch an Vorbilder entlehnt. Postpunkt mit angenehm vielen musikalischen Brüchen und einer Verspielheit, die exakt die Balance zwischen hart und pop hält.

Ich bin so müde / diese Füße wollen nicht

9. Adele – Hometown Glory (Chewy Chocolate Cookies Remix)

Was war ich geschockt, als ich diese Version als Daddelmusik im Vorabtrailer zu “Zweiohrküken” hörte. Glücklicherweise entschied sich Till Schweiger dann doch alles wie im ersten Teil zu machen und deshalb taucht die Musik nicht mehr auf. Was heißt schon Musik. Ein Remix, der dem guten Original eine Tiefe und Dramatik verleiht, so dass dieses Lied von Beginn an in meinem laut.fm Radio in der Sendung “neu und wunderschön” dabei ist. Neu bestimmt nicht mehr, aber wunderschön garantiert.

I love to see everybody in short skirts, shorts and shades

10. The Gossip – Heavy Cross

Ein Platz in der Jahreslistetopliste ist für die Charts reserviert. Fast hätte an dieser Stelle “I Got A Feeling” von den Black Eyed Peas gestanden. Dann aber doch lieber die wesentlich sympathischere Band, die seit dreißig Wochen in den deutschen Top 10 ist und damit länger als “Poker Face”. Zu Recht. Denn so ein Lied, in dem jedes Teil und Riff ideal ineinanderpaßt, schreibt jede Band nur einmal. Und klingt selbst im Formatradio leicht kratzbürstig.

ooohh oh ooooh, oh oh oh ohhh

11-25

11. Warpaints – Stars

12. The Tallest Man On Earth – Where Do My Bluebird Fly

13. The Fray – Heartless

14. Miike Snow – Silvia

15. A Camp – I Signed The Line

16. Jeniferever – Green Meadow Island

17. The Thermals – Now We Can See

18. Monogrenade – ce soir

19. Apparat – Komponent Telefon Tel Aviv

20. Wintermitts – Schoolyard

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21. Jessica Lea Mayfield – Call me

22. Static of the Gods – Talk You Down

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23. Hannah Georgas – All I Need

24. A Book About Elephants – Copper Kettles

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25. MGMT / Soulwax – Kids (Soulwaxmix)

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26-50

26. Bosse – 3 Millionen

27. Placebo- Battle for the sun

28. Muse -Undisclosed Desires

29. Black Eyed Peas – I Got A Feeling (Barletta Edit)

30. UME – The Conducter

31. Eels – Fresh Blood

32. Love Like Fire – Signs

33. Liz Durrett – The Mezzanine

34. Little Dragon – Blinking Pigs

35. Hook And The Twin – Bang Bang Cherry

36. The Rakes – Thats the Reason

37. Horse Shoes – The Imperial School

38. Radiohead -These Are My Twisted Words

39. Lisa Mitchell – Neopolitan Dreams

40. My Jerusalem – Sweet Chariot

41. Albert Hammond Jr – GfC

42. White Rabbits – The Plot

43. Andrew Bird – Anonanimal

44. Windmill – Ellen Save Our Energy

45. My Latest Novel – All in All in All Is All

46. The Library – Wish I Knew

47. Said The Whale – This Citys A Mess

48. The Big Pink – Velvet

49. Sexy Kids – Sisters Are Forever

50. Pidgeon – California is for fuckers

51 – 75

51. Loney Dear – Airport Surrounddings

52. The Temper Trap – Sweet Disposition

53. Crystal Fighters – I Love London

54. Bon Iver – Blood Bank

55. Regina Spektor – Folding Chair

56. Emily Jane White – Demon

57. Coeur De Pirate – Umeabeat se Comme Des Enfan

58. Via Tania – Wonderstranger

59. Sia – Buttons (CSS Mix)

60. The Apparitions – God Monkey Robot

61. The Blakes – Souvenir

62. Evening Hymns – Cedars

63. Port O’Brien – I Woke Up Today

64. Cut Off Your Hands – Turn Cold

65. Florence and the Machine – You’ve Got The Love (The xx Remix)

66. Rammstein – Frühling in Paris

67. Two Door Cinema Club – Something Good Can Work

68- Nid & Sancy – M.U.S.I.C (Symbolone Edit)

69. The Do – On My Shoulders

70. La Roux – In For The Kill

71. Bishop Allen – Butterfly Nets

72. Little Boots – New In Town (Fred Falke Remix)

73. Marina and The Diamonds – Obsessions

74. Pens -Networking

75. Murder By Death – Spring Break 1899

76 – 100

76. The Calm Blue Sea – After The Legions

77. Times New Viking – Move To California

78. St. Vincent – Actor Out Of Work

79. Of Montreal – First Time High

80. Hurricane Bells – This Year

81. Say Hi – NorthwesternGirls

82. Bears! Bears! Bears! – I Guess We’re Both Lonely

83. Special Patrol – New Years Eve

84._Death of a Cheerleader – Holding a Knife

85. Royal Bangs – New Scissors

86. Matt & Kim – Daylight (Yukon Ho Remix)

87. Dosh – Don’t Wait For The Needle To

88. Meursault – Lament For A Teenage Millionaire

89. Girls – Hellhole Ratface

90. Mickey Gang – With Love, Prince

91. A Lazarus Soul – Only Say The Word

92. Mason Popper – Fog

93. Au Revoir Simone – All Or Nothing

94. Anathallo – The River

95._Cassettes – Wont Listen Quickly Approaching

96. The Bravery – Hatefuck

97. The Futureheads – Struck Dumb

98. Shing Fa Bous – Catch The Light

99. Telepathe – Chrome’s On It (Gold Panda Remix)

100. Timid Tiger – Are You Gonna My Way Feat. Ludacris & The Notorious B.I.G. (Timid Tiger Remix)

Musik 2008. Die Großen.

Dezember 23, 2008

m2008

1. Portishead – Third

Manchmal genügt ein Ton. Zum Beispiel der erste Schlag von „Machine Gun“. (siehe auch hier) Von da an abwärts zur Apokalypse. Geschrieben habe ich: „ein fremdes Stück Musik, weit entfernt von vertrauten Konstellationen. In seiner Zerrissenheit gegen jegliche Erwartungshaltung gerichtet. Kalt und erloschen, unnahbar und geschunden und vor allem: unbarmherzig gegen sich und den Hörer. Eine Herausforderung, mehr noch: eine Prüfung.“ Mittlerweile sind etliche Monate vergangen und noch immer sind es kalte Schauer, die es über meinen Rücken treibt. Kalte Schauer beim nervösen „We Carry On“, eiskalte Schauer vom verlorenen „The Rip“, selbst das maschinenlose „Deep Water“ wirkt wie das Gegenteil von dem was ist. Mehr als hier kann keine Band leisten. –> heim

2. Audrey – The Fierce and the Longing

Es war Mai, auf dem besten Konzert des Jahres, es war in Leipzig, im Cafe PanAm, als der bärtige Sänger von Scraps of Tape meinte: “Audrey.“ Und später dann im Biergarten: „Freunde von uns. Wahnsinnsband.“ Naja, schon klar. Wie auch immer. Zwei Monate später wieder „Scraps of Tape“, auf einem Open Air. Um etwa 23:00 spielten dort Audrey und etwa fünf Minuten später war klar, dass diese Band mich den Rest des Jahres begleiten würde. In Form ihrer bisher erschienen Alben, die deshalb gerechterweise beide in dieser Liste vertreten sein müssten. Dabei ist es nicht mal so, dass ich andere von Audrey überzeugen könnte, jedenfalls nicht mit Argumenten. Es ist nur einfach so: „The Fierce and the Longing“ (+ “Visible Forms”) haben eine Saite in mir zum Schwingen gebracht. Mag pathetisch klingen. Ist aber so. –> heim


3. These New Puritans – Beat Pyramid

Einmal im Jahr untypisch. Eine Rhythmuspyramide, die klingt wie Mike Skinner mit weniger Text und mehr Abwechslung. Manchmal rutscht man eben in ein Genre hinein ohne es zu wollen und ist dann dabei, Schlagwörter wie „China, India, my Future“ an weiße Häuserwände zu sprühen. Ein wildes Stück scheinbar sinnentleerter Musik, wesentlich substanzieller als jede Mediengestalterparty in alten Gaswerken und mit mehr Drums. Und Bass. Außerdem 16 Hits, die manchmal nur vier Sekunden dauern, darunter „MKK3“ oder „Elvis“, „Infinity Ytinifni“ sowieso. –> heim

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Musik 2008. Die Kleinen.

Dezember 22, 2008

1. Portishead – Machine Gun

Ein Lied wie das Ende der Welt. Nur dramatischer. Reduziert auf den titelgebenden Beat, der den Gefrierpunkt neu definiert. Gefangen in den unnachgiebigsten fünf Minuten deines Lebens. Bis zuletzt für etwa 30 Sekunden so etwas wie Erlösung einsetzt. Möglicherweise. Terminatorstyle.

2. Vicky Pollard – Tender Demand

Eine Band, die sich nach einer Figur aus Little Britain benennt, macht erstmal grundsätzlich nichts falsch. Ein Album kommt erst im nächsten Jahr, bisher existieren wohl drei Songs. Einer davon ist „Tender Demand“. Eine Stimme wie zu besten Sleater-Kinney-Zeiten, die richtige Balance aus Aggression und Bedauern und ein Refrain wie ein Faustschlag. Kein Video, nur eine Myspaceseite. 2009 dann auch in anderen Jahrespolls weit oben. myspace

3. Black Kids – I’m Not Gonna Teach Your Boyfriend How To Dance With You

Die schwarzen Jugendlichen mit dem Lied des Jahres was positive Energie angeht auch für Leute, die das sonst als Beleidigung ihrer Lebensweise empfinden. Dazu, ich schreibe es mal so, ein cheesy Keyboard, eine Strophe, dreimal wiederholt, DanceDanceDance. Das Lied, das „I Kissed A Girl“ gern gewesen wäre. Oder auch das Lied, dass jede andere Band einmal im Leben schreiben sollte. Video. Und.

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