(1) Die Oscarverleihung ist gut oder schlecht, weil die Filme, die man gut oder schlecht findet, den Oscar erhalten oder nicht.
(2) Die Oscarverleihung ist gut oder schlecht, weil es spannend ist oder nicht, ob die Filme, von denen man glaubt, dass sie den Oscar erhalten oder nicht, den Oscar erhalten oder nicht.
(3) Die Oscarverleihung ist gut oder schlecht, weil die Präsentation gut oder schlecht ist.
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Oscar 2013. 3D mit dem POTUS.
Februar 25, 2013Oscar 2011. A-Z ohne v und x.
Februar 28, 2011Anne Hathaway hat sich Mühe gegeben. Das ist mehr, als man über Alec Baldwin und Steve Martin sagen kann. Aber weniger, als man sollte.
Black Swan hätte 5+x Preise erhalten müssen. Und bekam einen.
Colin Firth dankt Tom Ford. Und ruft damit noch einmal in Erinnerung, dass Firth eigentlich einen Oscar für „A Single Man“ verdient gehabt hätte. Den 2010 aber Jeff Bridges erhielt. Der 2011 auch den Preis für „True Grit“ verdient hätte. Besser wäre nur gewesen: Für beide jeweils einen Oscar in beiden Jahren.
Dokumentarfilme. Banksy. Banken. Auch hier sollte es, wie beim „Best Picture“, zehn Nominierungen geben.
Die Ehrenoscars oder: Wie Traditionen verloren gehen.
Kino. In diesem Film sitzt man und schlägt den Kopf gegen eine nicht vorhandene Wand.
Februar 10, 2010Nokan – Die Kunst des Ausklangs | Mein zweites Ich | Sherlock Holmes | New York, I Love You
Nokan – Die Kunst des Ausklangs
Wer die Serie (und ich sollte hier DIE SERIE schreiben) Six Feet Under kennt, wird sich in diesem oscarprämierten Werk sofort zurechtfinden. Weil: Bestattungen. Wo in ZDF-Fernsehfilmen auf Beerdigungen Frauen nur schwarze Hüte tragen dürfen, wird hier Hand angelegt. An die Leiche. Und das wirkt in der Ausführlichkeit erst irritierend. Später aber rührend. Die Hingabe des Films zu einem Ritual, die unbedingte Bereitschaft, über dieses Ritual den Figuren nahe kommen zu wollen, ist bewundernswert und – da wiederhole ich mich gern – rührt. An. Anders wirken die Szenen, in denen die eben verstandenen Figuren plötzlich Grimassen schneiden und gnadenlos chargieren. Das wäre dann die Komödie in der Tragik und vermutlich Teil des japanisches Kino und wird als unpassend empfunden. Ebenso unpassend, ja fast schon überflüssig sind auch die konstruierten Konflikte. Der konstruierte alte Schulfreund, der die Hauptfigur als Aussätzigen behandelt. Der (nie erklärte) Konflikt mit der Ehefrau. Und der Vater-Sohn-Konflikt, bei dem sehr schnell klar ist: Der Vater ist alt, der Sohn Bestatter. Die Geschichte kann also nur einen Weg nehmen und den nimmt sie, inklusive Schwulst im Krematorium. So bleibt das Ritual. Aber dafür ist ein Oscar nicht genug.
Mein zweites Ich
In diesem Film sitzt man und schlägt den Kopf gegen eine nicht vorhandene Wand. Dabei ist eigentlich alles okay bis gut. Sauber erzählte Geschichte, die Figuren glaubwürdig, genügend Action – aber nicht zuviel, elegantes Setdesign, überraschende Wendungen. Eine geglückte Weltenflucht also, die nur an einem krankt: das sie – und ich füge hier ein aus tiefsten Herzen kommendes verdammtnochmal ein – ihr Potentzial nicht ausschöpft. Ein Second-Life-Zukunftsentwurf, in dem jeder bequem auf dem Sofa liegt und draußen nur mit dem nach eigenen Vorstellungen gestalteten Robotor erkundet! Was ist da alles möglich an Reflexion über Idenität! Wie könnten da aktuelle Erscheinungen der Kommuniaktions- und Pimpszene einfließen! Was wäre das für ein visionäres Rollenspiel mit den Mitteln von Hollywood und dem angenehmen Anschein von Authentizität! Aber dann wird doch nur eine saubere Spannungsgeschichte mit Verschwörung und Konzern und Rebellen erzählt. Was natürlich mehr ist, als 95% aller Filme leisten. Aber trotzdem. Das (fast) finale Bild, wenn alle Menschenroboter anstandslos zu Boden sinken, entschädigt für vieles. Und macht deutlich, was hätte sein können. Verdammtnochmal.
Dinge, die ich so auch bei Twitter hätte schreiben können.
Dezember 12, 2008Resultate der gestrigen Lesung: ein verbrannter Daumen (nicht der eigene), zwei fälschliche Behauptungen, ich wäre der Autor einer alten ZDF-Vorabendserie, ein netter Twitterpost sowie Hähnchenbrustfilet vom Lavagrill für lau.
Kinder tragen Schneebrocken wie Schatzkisten.
Kann es sein, dass Mittelalterromane mit einem Schuss Erotik das 00er-Jahre-Äquivalent zu den Frauenpowerbüchern aus den 90er Jahren sind? Kann es sein, dass Iny Lorentz die aktuelle Hera Lind ist? Und wenn ja, was sagt das über dieses Jahrzehnt aus?
Kann bitte jemand machen, dass Helmut Schmidts Geburtstag bald vorgeht? @ZEITsonderheft
Notiz an mich: Bei Oscartipps nie zu zeitig zu weit aus dem Fenster lehnen.
SuperHuman Celebration.
Februar 25, 2008Oscar 2008.
Seltsam unaufgeregt schweben die Geehrten und Enttäuschten durch eine Nacht, der später wie üblich die üblichen Rituale und die zur Pose erstarrte Nostalgie zum Vorwurf gemacht werden wird. Nichts, was nicht längst schon passiert ist: Jack Nicholsons Sonnenbrille grinst diabolisch wie immer, als Jack dem Wort „humanity“ ein finsteres, von Sarkasmus getränktes Glucksen voranstellt. Namenlose Gesichter lesen nur von Telepromptern an, Stars hingegen verhaspeln sich beim Vorlesen und sind genau deshalb 20 Millionen Dollar pro Film wert. Das Orchester unterbricht ungehörig. Tom Hanks hat Sehschlitze. Jon Steward ist dann am besten, wenn er improvisiert, dabei am besten seine eigene Meinung wiedergibt und damit bestenfalls eine grob von Orchesterklängen zum Schweigen gebrachte Preisträgerin zurück auf die Bühne holt. Vorhänge fallen, auf Stargesichter wird gedeutet, Steven Gätjens deutet Stargesichter und damit letztlich an, dass die Ära von Florian Henckel von Donnersmarck entgültig vorbei ist.
Überraschend hingegen: Die ruhige Art, mit der Bill the Butcher Lewis seinen Oscar entgegen nimmt. Der Preis für Marion Cotillard. Wie sehr die Jury auf Kompromiss bedacht ist und jedem mehrfach nominierten Film mindestens einen Oscar verleiht. Das Wort, mit dem Diablo Doy Ellen Page bedenkt: SuperHuman. Wie unspektakulär die Coen-Brüder selbst im Moment ihres größten Triumphs erscheinen. Und wie legendär dieser Moment im Rückblick wirken wird. Dass Brad Renfro im Reigen der Toten vergessen wird. Wie wenig Applaus Ingmar Bergman erhält. Wie exponiert Heath Ledger präsentiert wird, der für Wagner von Wagners Post immer nur der „schwule Cowboy“ bleiben wird. Überhaupt wie lieblos alle Reminiszenzen an 80 Jahre Oscar wirken. Wie gering die Wahrscheinlichkeit dafür ist, jemals wieder DEN EINEN Film der letzten 365 Tage zu finden, der alle Kategorien und Leidenschaften auf sich vereinigen wird.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Ohne Liveblog schont die Nerven. Gerade Jahreszahlen sind keine guten Oscarjahre, wenn man im freundschaftlichen Wettstreit miteinander konkurriert. Und schlafen früh um sechs kann durchaus eine sinnvolle Alternative sein.





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