Posted tagged ‘USA’

Durch die Nacht mit … Amerika 2012.

November 7, 2012

Zusehen, wie Moderatoren an riesigen LCD-Bildschirmen interaktiv in Landkarten hineinzoomen.

Zusehen, wie sich Landstriche rot und blau färben.

Zusehen, wie dabei Zahlen um Zahlen aufploppen.

Sich in diesen Zahlen voller Begeisterung verlieren.

Verstehen, weshalb 1% bestätigter Daten ausreichen, um die fehlenden 99% zu berechnen.

Die Zahl 270 sehen.

Ohio hören.

Ohio hören.

Ohio hören.

Zusehen, wie beständig Countdowns runterzählen.

Zusehen, wie ein Außenreporter in einem Wahllokal die Ergebnisse an einer Tafel zeigt und dabei von “Old School” spricht.

Hören, wie im Studio der Moderator vor einem riesigen LCD-Bildschirm sagt: “Nothing wrong with Old School. But we like the New School Magic.”

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What`s next. The West Wing.

August 23, 2009

ww1

Nachdem ich die letzten Monate viel Zeit im Weißen Haus verbracht habe, einige Gedanken zu einer Serie, zu der viele schon absolut zu Recht viel und vor allem Lobeshymnen geschrieben haben. The West Wing erzählt von der Amtszeit eines demokratischen Präsidenten. Erzählt von seinen Mitarbeitern. Erzählt von Gesetzen, wie sie geschrieben und umgesetzt werden, Mit welchen Mitteln man dabei zum Ziel kommen kann. Erzählt also von Politik. Und von den Menschen, die sie machen. Sieben Jahre lang begleitet West Wing eine Regierung in Amerika und endet mit der Inauguration des neuen Präsidenten. Eine Serie, die nahezu ausnahmslos auf Action verzichtet. Und stattdessen auf Dialoge setzt. Dialoge, zu denen die Darsteller atemlos durch die Räume des Weißen Hauses hasten, Dialoge, die wie Maschinengewehrsalven auf den Zuseher einschlagen. Dialoge mit brillantem Timing, Wortwitz und einer beeindruckenden inhaltlichen Tiefe. Diese Dialoge sind das Herzstück von West Wing.

Gerade in den ersten Staffeln besteht die große Stärke der Serie darin, wie nachvollziehbar komplexe Probleme verhandelt werden. Zum einen auf einer moralischen, ethischen Ebene. Es gilt einen Standpunkt zu finden zur Todesstrafe, zum Waffenbesitz, zum Einsatz von Armeen, zu Entwicklungshilfe, zum Umweltschutz, zu Gewerkschaften. Und damit es sich niemand bequem machen kann mit seinen Ansichten, werden mindestens zwei Seiten vorgestellt, im günstigen Fall also der demokratische und der republikanische Blickwinkel. Und dadurch vermeidet West Wing ein zu einfaches Schwarz/Bildnis. Kein selbstgefälliges und altkluges Abwatschen von konservativen Ansichten also, auch wenn die Autoren nie ein Hehl aus ihrem liberalen Weltbild machen.

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Außerdem.

Januar 21, 2009

speech

#Change, Tag 1, was bedeutet, dass Kritik an Barack Obama jetzt erlaubt ist. Geschieht in der Daily Show –> Changefest ’09 – Obama’s Inaugural Speech

Geht aber auch so. Die Inaugurationsreden von George W. Bush und Barack Obama im Vergleich –> Schlagwortwolken

Musik. Zum einen Hannah Georgas und da besonders All I need –> Link

Zum anderen Thursday, deren Full Collapse in meinen AlleZeitenListen weit vorn steht, mit neuem Album und live gespieltem Lied –> Friends In The Armed Forces

Obama, kommst du mit in den Alltag?

November 6, 2008

Das ist der Moment, in dem Hollywoodfilme enden. Der unmögliche Held hat sein unmögliches Ziel geschafft.

3:35 habe ich gestern aufgehört zu schreiben. Dabei, und das wurde mir erst drei Stunden später bewusst, kam das eigentlich Wichtige danach. Davor hauptsächlich Zahlen, danach Gefühle. Und erstaunlicherweise widersprüchliche.

Zum einen McCains Abschiedsrede. Durchaus souveräner als angenommen (was ein Memo in einem Gedächtnis hervorholt, dass aus einer Zeit stammt, als McCain zum Präsidentschaftskandidaten gekürt wurde; damals gedacht, dass er von allen potentiellen und tatsächlichen republikanischen Präsidenten der letzten 30(?) Jahre möglicherweise die am wenigsten tragische Wahl gewesen wäre (Anmerkung1: Bob Dole, Anmerkung2: was nichts über das System, welches hinter dem Kandidaten steht, aussagt)). Was auffällt: Sobald der Name Obama fällt, buht das Publikum, so dass McCain energisch die Hände zu einer Beschwichtungsgeste heben muss. Die Saat ernten, nennt man das wohl. Palin an seiner Seite schweigt und spielt keine Rolle.

Obamas Rede eine Stunde später dann. Wie würde ich sie beurteilen, wenn McCain zu so etwas die Möglichkeit gehabt hätte? Hätte ich von einer „hollywoodreifen Inszenierung“ geschrieben, von vollkommen neben sich stehenden, zu keiner rationellen Entscheidung mehr fähigen Jüngern, die kritiklos zehntausende von amerikanischen Fähnchen schwenken, von der ungelenken Präsentation sämtlicher Familienangehörer des designierten Präsidenten und seines Vizes?

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Durch die Nacht mit… Amerika.

November 4, 2008

3:35 Sat1: Zum Schluss die beiden Männer in den identischen Regenmäntel. Bis zum Oscar dann.

3:31 FOX: selbst .com sieht Obama vorn. Noch immer werden nicht die Wahlmannstimmen eingeblendet, sondern nur die absoluten(???) zahlen. Und da ist Obama mit 0,? Prozent vorn. das reicht mir. Langsam ausklingen lassen den abend und dann morgen in einer welt ohne feindbild erwachen.

3:31 RTL: Sieht den Gänsehautmoment. Wenn Obama vor die 5 Mrd Menschen treten, die sich mittlerweile in Chicago versammelt haben.

3:24 ARD: Der Stein, der die Mauer zum Einsturz bringt, sagt Jörg Schönenborn, ist Ohio. Und Ohio geht an Obama. Überlege, ihm zu glauben und nicht weiter hinaus ins Nichts zu tippen.

3:17 so: Mal sehen, wer in diesen sauregurkenminuten als erste mal wieder das amerikanische wahlsystem erklären wird.

3:07 ARD: vermeldet 175:76

3:02 ZDF: Texas offen. Jetzt 175 zu 40 gegen McC.

3:01 ZDF. Dem Moderatoren gehen die Superlative aus, wie überraschend die TcTc-Staaten für die Roten sind.

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Besser als Verbluten.

Oktober 31, 2008

Nach drei Tagen bestellte ich John und Barack zu mir.
„Jungs, ich habe eine Entscheidung getroffen.“
Die beiden sahen mich gespannt an.
„Es ist das Beste für alle, wenn George Bush in seine dritte Amtszeit geht.“

Ich sagte ihnen: Für die Demokraten ist es das Beste, weil sie dann weiter eine Ausrede hätten, politisch so wenig verändern zu können. Für die europäischen Regierungen ist es das Beste, weil ihre Politik gegenüber der Politik des amerikanischen Präsidenten geradezu weise und menschlich wirke. Für die Terroristen ist es das Beste, weil nur George Bushs Politik ihren Organisationen weiter Zulauf beschert. Für die Bürgerrechtler ist es das Beste, weil sie sonst nichts mehr zu tun haben. Für die amerikanischen Rockmusiker ist es das Beste, weil sie sonst nicht mehr wissen, wogegen sie singen sollen

„Die ganze Welt lebt davon, dass George Bush Präsident ist. Das ist wie ein Messer im Oberschenkel, das man nicht rausziehen darf, weil man sonst verblutet.“

Auf der Couch mit John und Barack

Amerika. Von Alaska aus.

September 10, 2008

Einer meiner größten WTF-Momente in den letzten Jahren waren die ersten Minuten von Michael Moores “Fahrenheit 9/11″. Nicht des Filmes waren (eher überhaupt nicht so), sondern weil dort Archivmaterial von 2000 gezeigt wird. Konfetti auf den jubelnden Al Gore, ein Off-Sprecher, der vom neuen amerikanischen Präsidenten spricht. Das war, vier Jahre und mit dem gesamten Wissen darum, was geschah, wie ein Blick zurück in eine andere Welt. Meine erste Parallelwelterfahrung quasi. Nicht dass Al Gore der weiße Ritter gewesen wäre, als der er heute gilt. Da schlag ich mich lieber auf die Seite von “South Park” und werfe das Wort “ManBearPig ” in den Raum. Wie auch immer. Die Welt und so pathetisch das klingen mag, wäre eine andere geworden und es wäre wahrscheinlich, dass sie ein kleines bisschen mehr Zuversicht geben würde.

Kam aber anders, auch 2004 und wird 2008 durchaus wieder geschehen können. Wieder gibt es einen Ritter und wieder gibt es das personifizierte Evil. Weil John McCain irgendwie zu alt ist und zu lange in Kriegsgefangenschaft war und auch relativ wenig mit der heutigen 2.0 Gesellschaft zu tun hat, ist Sarah Palin Bush 2.0. Jedenfalls man sich so durchs Netz liest. Oder auch in gedruckt. Allerdings unternimmt sie keinerlei Versuche, irgendetwas anderes abzugeben als eine Art modifizierte Version von Bree Van De Kamp aus den „Desperate Housewives“ darstellen. Alle wichtigen Reizwörter, die aus schon dem Reflex heraus eine Meinungsbildung verursachen – NRA, Abtreibung, Kreatonismus, der Wille Gottes in allen Varianten – besetzt sie mit den konservativsten aller Positionen. Was wahlkampftaktisch durchaus Sinn macht.

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