Das ist der Moment, in dem Hollywoodfilme enden. Der unmögliche Held hat sein unmögliches Ziel geschafft.
3:35 habe ich gestern aufgehört zu schreiben. Dabei, und das wurde mir erst drei Stunden später bewusst, kam das eigentlich Wichtige danach. Davor hauptsächlich Zahlen, danach Gefühle. Und erstaunlicherweise widersprüchliche.
Zum einen McCains Abschiedsrede. Durchaus souveräner als angenommen (was ein Memo in einem Gedächtnis hervorholt, dass aus einer Zeit stammt, als McCain zum Präsidentschaftskandidaten gekürt wurde; damals gedacht, dass er von allen potentiellen und tatsächlichen republikanischen Präsidenten der letzten 30(?) Jahre möglicherweise die am wenigsten tragische Wahl gewesen wäre (Anmerkung1: Bob Dole, Anmerkung2: was nichts über das System, welches hinter dem Kandidaten steht, aussagt)). Was auffällt: Sobald der Name Obama fällt, buht das Publikum, so dass McCain energisch die Hände zu einer Beschwichtungsgeste heben muss. Die Saat ernten, nennt man das wohl. Palin an seiner Seite schweigt und spielt keine Rolle.
Obamas Rede eine Stunde später dann. Wie würde ich sie beurteilen, wenn McCain zu so etwas die Möglichkeit gehabt hätte? Hätte ich von einer „hollywoodreifen Inszenierung“ geschrieben, von vollkommen neben sich stehenden, zu keiner rationellen Entscheidung mehr fähigen Jüngern, die kritiklos zehntausende von amerikanischen Fähnchen schwenken, von der ungelenken Präsentation sämtlicher Familienangehörer des designierten Präsidenten und seines Vizes?
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