Der Känguruhoden kann nichts dafür. Er ist einfach nur das Körperteil eines in Europa exotisch wirkenden Tieres, das zufällig zum Symbol einer Fernsehshow geworden ist. Diese Fernsehshow geht gerade in die vierte Staffel, jedenfalls in Deutschland und es wäre nicht schwer, gegen sie moralisch zu argumentieren, Beispiele dafür zu finden, wie egal den Machern Menschen sind. Aber darum geht es nicht. Das ist längst bekannt, beschrieben und abgehakt.
Denn die Hauptfiguren in der Sendung sind Menschen, die Erfahrung im Umgang mit Medien haben. Deshalb ist es okay, sie zu behandeln, als besäßen sie keine Würde. Man kann sagen, sie haben sich selbst in dem Moment ihrer Würde beraubt, als sie in das Flugzeug nach Australien gestiegen sind. Weil sie aus der Ausstrahlung der bisherigen Staffeln von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ und der nachfolgenden Berichterstattung nur eine Lehre gezogen haben: Diese Sendung ist genau richtig für mich.
Und vielleicht haben sie damit recht. Vielleicht genügt einem ___ (hier einen Buchstaben außer A einsetzen) Prominenten vierzehn Tage Negativwerbung, vielleicht häuft das genügend Popularität an, um die nächsten zehn Jahre erfolgreich auf kleineren Dorffesten Geld zu verdienen. Wichtig im Wort Negativwerbung ist Werbung, das ist eine einfache Kostennutzenrechnung, ein simples Abwägen der Vor- und Nachteile, die zum Entschluss führen, Teil des Konzepts Känguruhoden zu werden.




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