Posted tagged ‘Wut’

Die Känguruhodenlobby.

Januar 10, 2009

k1

Der Känguruhoden kann nichts dafür. Er ist einfach nur das Körperteil eines in Europa exotisch wirkenden Tieres, das zufällig zum Symbol einer Fernsehshow geworden ist. Diese Fernsehshow geht gerade in die vierte Staffel, jedenfalls in Deutschland und es wäre nicht schwer, gegen sie moralisch zu argumentieren, Beispiele dafür zu finden, wie egal den Machern Menschen sind. Aber darum geht es nicht. Das ist längst bekannt, beschrieben und abgehakt.

Denn die Hauptfiguren in der Sendung sind Menschen, die Erfahrung im Umgang mit Medien haben. Deshalb ist es okay, sie zu behandeln, als besäßen sie keine Würde. Man kann sagen, sie haben sich selbst in dem Moment ihrer Würde beraubt, als sie in das Flugzeug nach Australien gestiegen sind. Weil sie aus der Ausstrahlung der bisherigen Staffeln von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ und der nachfolgenden Berichterstattung nur eine Lehre gezogen haben: Diese Sendung ist genau richtig für mich.

Und vielleicht haben sie damit recht. Vielleicht genügt einem ___ (hier einen Buchstaben außer A einsetzen) Prominenten vierzehn Tage Negativwerbung, vielleicht häuft das genügend Popularität an, um die nächsten zehn Jahre erfolgreich auf kleineren Dorffesten Geld zu verdienen. Wichtig im Wort Negativwerbung ist Werbung, das ist eine einfache Kostennutzenrechnung, ein simples Abwägen der Vor- und Nachteile, die zum Entschluss führen, Teil des Konzepts Känguruhoden zu werden.

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2009. Was gelernt.

Januar 2, 2009

20091

Das neue Jahr beginnt, weil das alte Jahr vorbei ist. Und wäre 2009 ein Film, dann hätte jeder schon den Trailer gesehen und würde mit den denkbar schlechtesten Erwartungen (nicht) ins Kino gehen und sehen: einen C-Movie Horrorstreifen, dem in letzter Minute das Buget radikal gekürzt wurde, gedreht von einem mitleidslosen Regisseur, dessen größten Erfolge fast auf den Tag genau 80 Jahre zurückliegen, ein dilettantisches Machwerk besetzt mit einem gesichtslosen Bösewicht namens Angst, dessen Hoffnungsträger zynischerweise von einem unmöglichen Helden gegeben wird, der, soviel ist klar, als Held nur scheitern kann, wenn er eine Welt retten will, deren größtes Problem die Pendlerpauschale ist.

Ein Streifen wie gemacht für alle Fatalisten, die gern mit diebischer Freund den untersten Stein aus dem Jengaturm ziehen und dabei genau den Ausdruck im Gesicht der Mitspieler im Blick haben. Die nächsten 365 Tage sitzt jeder gebannt im Kinosaal und wartet mit einer seltsamen Unruhe darauf, ob es wirklich so schlimm kommen wird, wie man spekuliert. Ein Gefühl, welches man auch aus Adam-Sandler-Filmen kennt. Nur, dass in diesem Fall Josef Ackermann die Witze unterhalb der Gürtellinie macht und über den Credits beim Abspann Musik von dem Mann mit der Mundharmonika läuft.

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Mein robustes Mandat.

Dezember 30, 2008

daumenhoch

Jahresende. Möglicherweise ein guter Zeitpunkt, um übers Schreiben zu schreiben. Weil: Ist ja nicht mehr soviel. Mit regelmäßigen Schreiben. Hier. An dieser Stelle. An der ich gestartet bin vor langer Zeit.

Ich kann drei Dinge im derdiedas Blog machen: Über mich schreiben. Mein Leben. Ungefiltert, gefiltert, egal, hauptsache ist, sich dabei der eigenen Existenz zu vergewissern, die im besten Fall nicht allzu öde ist. Seelenzustände erfassen, ungemein witzige Alltagszwischenfälle dokumentieren und das Besondere im Kleinen finden, Reisen, Gespräche, Freunde, Spaziergänge. Etwas passiert mir und könnte im besten Fall im Blog erscheinen. Die Frage allerdings: Möchte ich das? Mich offenbaren? Im besten/schlimmsten/potentiellen Fall vor der gesamten Menschheit? Manchmal denke ich, dass es schon genug ist, wenn mein Geburtstagdatum bekannt ist. Da tut eine penible Landkarte meines Seins nicht auch noch Not. Und letztlich war das ja auch der Grund, weshalb ich mich nie bei myblog wirklich als Teil einer großen Familie fühlen wollte. Die Community. DAS große Trugbild dieses Jahrtausends.

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More than a feeling.

Dezember 10, 2008

Man vergleiche bitte dies mit dem.

Wer mehr als zehn Unterschiede findet, darf sie gern behalten (bzw. sich dem nächsten Level stellen).

(via hier)

Wut auf Erdbeeren.

Juni 10, 2008

Gefühle. Immer wieder überraschend.

Lecker sind Erdbeeren und das hat mich heute in ein moralisches Dilemma gestürzt: Im Supermarkt meines Vertrauens, in der Obstabteilung, vor dem Regal mit den Erdbeerschälchen eine Frau Mitte 30bis60, die in aller Ruhe die schlechten Erdbeeren aus ihrem Schälchen nahm und auf die anderen Schälchen verteilte und aus diesen Schälchen die guten Erdbeeren in ihr Schälchen einsortierte.

Aus Gründen, die ich nicht nachvollziehen kann, packte mich augenblicklich rasende Wut, geradezu brennender Zorn, auf diese Frau. Ich trat neben sie, betrachtete konzentriert alle Schälchen, vielleicht weil ich hoffte, sie so stoppen zu können und zumindestens zum Reflektieren ihrer Handlung zu zwingen. Doch sie sortierte weiter (seelenruhig), was ich als Unverschämtheit empfand, schließlich werden ihre schlechten Erdbeeren meine schlechten Erdbeeren sein.

Gleichzeitig fragte ich mich, ob ich nicht genauso handeln sollte. Auch wenn Erdbeeren nur neunundneunzig Cent kosten, hat doch jeder das Anrecht auf nichtfaule Früchte. Niemand würde mich daran hindern, mir ein perfektes Erdbeerschälchen in eigener Regie zusammenstellen zu können. Letztlich ging die Frau und mit ihr das Schälchen und ich konstantierte überrascht: So eine emotionale Gefühlswallung hatte ich zum letzten Mal vor einer Woche, als ich dem Ministerpräsidenten ein Funkmikrophon an den Anzug heftete.


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