Durch die Nacht mit … Oscar.


7x1


5:55 – Die Bühne ist voll mit Menschen, weil „Slumdog“ gewinnt. Zum 8. Mal und damit gelingt der Eintritt in den Kreis der großen Abräumer. Für ein Fazit ist wie meistens um diese Zeit zu früh. An die Vorsätze habe ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten gehalten und ansonsten eine Zeremonie gesehen, die nicht exakt nach meinen Wünschen verlief, der aber so gut wie alle Neuerungen äußerst gut getan haben. Furioser Beginn, dann ein sanftes Gleiten durchs gewohnte Mittelmaß, um sich am Ende furios zu steigern. Danke Danny Boyle, danke Kate Winslet. Und die besten Grüße an „Kap der Angst“.

5:39 – Milk oder Mickey? Nach dem Applaus auch während der Vorstellung zu vermuten wird Sean seine zweite Auszeichnung entgegen nehmen. Passend, dass ihn Robert DeNiro ankündigt. Robin Wright küßt Sean, bevor er ans Mikrophon tritt, um konfus in die Rede zu starten und schließlich doch noch Obama zu erwähnen. Mickey Rourke wird vermutlich nicht zum letzten Mal ein Comeback erlebt haben und deshalb diese Nacht schnell vergessen können.


5:33 – Kate Winslet auch. Verdient wie keine zweite. Weil sie eigentlich schon 5 Oscars besitzen müsste. Ist wahrscheinlich nicht der Film, mit dem sie Geschichte schreiben wird, aber das ist letztlich egal. Was vielleicht zählt: ein wenig Glanz fällt in diesem Jahr auch nach Görlitz, wo „Der Vorleser“ teilweise gedreht wurde. Was unbedingt zählt: Diese Rede. Von der Shampooflasche über den pfeiffenden Vater bis hin zur angefluchten Meryl Streep. Und letztlich dankt sie Peter Jackson für „Heavenly Creatures“ und Emma Thompson für „Sinn und Sinnlichkeit“. Wer jetzt schläft, hat alle Gründe verpaßt, die es sinnvoll erscheinen lassen, für diese Veranstaltung Schlaf zu opfern.




5:19 – Danny Boyle ist sicher der perfekte Oscargewinner. Und tatsächlich hat fast jeder der Nomminierten den Preis verdient, an erster Stelle gewiss auch Gus Van Sant. Und so fügt sich alles zu einem absoluten Triumph für „slumdog“.

5:15 – Diese Ehrung der verstorbenen Stars ist nicht so glücklich gelöst. Einerseits die Reden von Queen Latifah und das live gesungene Lied, andererseits die permanente Kamerabewegung, die dafür sorgt, dass man etwa 1/3 der Verstorbenen nicht sehen kann. Sehr bedauerlich, im doppelten Sinn. Scheint mir so, als wären noch nie so viele wichtige Personen aus dem Filmgeschäft in einem Jahr gestorben wei 2008.


5:08 – Da ist sie, die erste wirkliche Überraschung. „Bashir“ verliert gegen Japan, den offensichtlich kaum jemand auf der Rechnung hatte. Nach dieser Rede – zum Glück. Außerdem sollten zukünftig alle Preisreden von Nichtmuttersprachlern gehalten werden.


5:03 – Und auch wenn das letztens etwas desrespektierlich klang freue ich mich über jeden Preis für „slumdog“, weil das ein Preis für Danny Boyle und damit auch für „28 Days Later“ ist. Wohlan. Schade aber, dass der langweiligste aller Redner gleich zwei Preise bekommt.


4:58 – Wenn Beyonce spricht, finde ich das aufregender, als wenn sie singt. Ansonsten wird gerade alles verbollywoodsiert, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.


4:46 – Das müßte eben die kürzeste aller Lebenswerkreden gewesen sein und vermutlich auch die erste ohne selbstironische Anspielung. Was ich gern recherchieren müßte: wer den Kandidaten eigentlich auswählt.


4:38 – Die Kommentarfrequenz lässt nach, auch bei Twitter. Für jedes „really“ in den Dankesreden senken sich die Augen einen Millimeter weiter. Und gerade in diesem Moment kommt der Lebenswerkoscar. Glücklicherweise für Jerry Lewis.


4:26 – Die FXs scheinen in diesem Jahr hauptsächlich aus Autoverfolgungen bestanden zu haben. Und den schlechten BlueScreenTricks aus „Indiana Jones“. Warum die Jury „The Dark Knight“ nicht mag, ist leider sehr gut nachzuvollziehen. #Superhelden # Comic. Wenn Heath Ledger nicht gestorben wäre, hätte er nicht mal eine Nominierung bekommen.


4:15 – „Man on Wire“. So viel Gutes von gehört. Der Gewinn sollte doch helfen, diesen Dokumentarfilm in diese 60.000 Einwohnerstadt zu holen.


4:07 – Jetzt der emotionalste Moment des Jahres, der auch Kitsch sein wird, wenn die Tochter den Oscar in Empfang nehmen wird. Das wahre Drama spielt sich in den Gesichtern der Stars ab, die Augenbrauen hochziehen und Gesichter senken oder angestrengt in die Luft starren. Vor dem Mikrophon allerdings Dienst nach Vorschrift.


4:03 – Jetzt der emotionalste Moment des Jahres, der auch Kitsch sein wird, wenn die Tochter den Oscar in Empfang nehmen wird. Aber habe ich schon geschrieben, wer sehr ich diese Art der Präsentation mag?


3:52 – Diese Tanzeinlagen stehen den Oscars und Hugh Jackman ausgezeichnet zu Gesicht. Weil es gleichzeitig Glanz versprüht, aber damit nicht vulgär protzt. Im Gegensatz zu dem Scheißemaulwurf im Sparabo.


3:47 – Bei Pro7 wird jetzt das kollektive WIR gebrüllt. Und bestimmt darf morgen Florian Henckel von Donnersmarck den Gewinn des besten Kurzfilms kommentieren. 4 Lebensjahre mit 14 Minuten Film verbracht. Das ist in diesem Geschäft durchaus nicht vollkommen ungewöhnlich. #filmförderung # mdm #eigene erfahrung


3:43 – Seth Roggen sieht mit den neuen Haaren so .. seriös aus. Ist die Vorstellung der Filme des Jahres nicht unbedingt. Paßt aber auch zu diesem eher unspektakulärem filmischen 2008.


3:34 – Wenn das mal nicht meine Favouritennominiertenvorstellung wird. Natalie Portman als Natalie Portman und Ben Stiller als Joaquin Phoenix. Es würde mich glücklich machen, wenn Stiller irgendwann „Zoolander 2“ drehen würde. Gerne mit Portman, wichtig wäre auch Hansel als Owen Wilson.


3:22 – Hier „Hellboy“ gewinnen zu sehen wäre eine echte Freude. Doch Guillermo del Toro große Oscarnacht wird mit The Hobbit 1&2 kommen. Schön aber, dass BB diese eher unwichtigen Preise bekommt. Auf der DVD wird dann aber dennoch stehen: 4x mit dem Oscar ausgezeichnet.


3:20 – Bei den Kostümen gewinnt meistens ein Film, der sonst nirgendwo nommiert ist. Eine sichere Bank in den Jahren, in denen diese Regel gilt.


3:05 – Man merkt schon einen Unterschied beim Verkünden der Nomierungen zwischen sagen wir mal Jack Black & Jennifer Aniston sowie Jeanette Biedermann & Arne Friedrich. #oscar #echo Und gerade schade, dass ich den Gewinner beim animierten Kurzfilm in letzter Sekunde gegen „Presto“ ausgetauscht habe. Dafür aber immerhin „Domo arigato, Mr. Roboto“ bekommen.


3:01 – Und so beginnt der Siegeszug von „Slumdog“. Warum laufen die wichtigen nominierten Filme in Deutschland erst nach der Verleihung an?


2:58 – 2 Präsentationen, zwei Dankesreden, mindestens eine davon leidenschaftlicher als alle der letzten 3 Jahre und schon kann man guten Gewissens behaupten: Das wird eine der besten Oscarnächte, die ich bisher gesehen habe.


2:51 – „To write is to live forever. The man who said that is dead.“ Drehbuch ist, auch aus persönlichem Interesse, mein heimlicher Höhepunkt der Veranstaltung, weil hier die außergewöhnlichen Filme zumindestens erwähnt werden, die zu wenig Geld eingespielt oder zu wenige Stars haben.


2:49 – Glückwunsch an Penelope Cruz und viel mehr noch an K., die damit uneinholbar vorn liegt. Diese Art der Vorstellung der Nominierten finde ich äußerst gelungen, weil: wirkt intim. Nicht so, als würden hundert Millionen zusehen.


2:42 – Die Rednerinnen sollen heute die große Überraschung sein. Glückt von Beginn an. Sehr persönliche Ansprachen, die tatsächlich so etwas wie Wertschätzung ausdrücken. Hoffentlich geschieht das in jeder der großen Kategorien. Interessanterweise entscheidet sich schon in diesem Moment, wer das Tippspiel gewinnen wird.


2:32 – Hui. Bühne & Host erzeugen eine angenehme 70er Jahre Atmosphäre, auch dieses heimlige kleine Theater wirkt gegenüber der überdimensionierten O2Arena aus der Echoverleihnung zurückhaltend und wie eine Hommage an die Finanzkrise.


2:26 – Endlich die Zeit eingefunden, in die anderen Liveblogs reinzulesen. Scolle dazu auch bitte bis an das Ende des Beitrags. Ansonsten wünschte ich mir angesichts dieser Multitaskingherausforderung so eine Bullet-Time-Funktion fürs Real Life. Zeit könnte langsamer vergehen.


2:23 – Richard Jenkins erinnert mich an das Versprechen, dass ich mir einst gab, alle „Six Feet Under“-Folgen in einem Rutsch anzusehen und nicht nur die letzte Folge.


2:18 – Ich bin ja der Meinung, dass diese Rote-Teppich-Show wesentlich länger dauern sollte. Schließlich geht es beim Oscar nicht um Filme, sondern um Stars. Und später kriegt man die nur zu sehen, wenn der Präsentator eine witzige Bemerkung über sie macht.



2:10 – Diese Preshow legt großen Wert auf Information, besonders was den bekleidungstechnischen Aspekt der Veranstaltung betrifft. Mickey Rourke könnte auf die Frage, was er trägt bestimmt auch Second Skin sagen. Notiz an mich: keine weiteren „Witze“ über Schönheitsoperationen.


2:05 – Ob im nächsten Jahr Til Schweiger zusammen mit Brad Pitt über den Teppich schreitet, wenn „Inglorious Bastards“ für den besten Tonschnitt nominiert ist?


2:03 – Gut zu hören, dass beim zweiten Teil von „Sex and the City“ an einer Story gearbeitet wird.


1:53 – Neu sind diese – Zitat „Pressetanten mit Bart“ – die Kontakte vermitteln. Vielleicht gleichen die Moderatoren später ihre Interviewpartner ab – Brad und Angelina geben 10 Punkte, Kate Winslet auch, Danny Boyle immerhin noch 8, Peter Gabriel nur eine magere 4. Scott Orlin jedenfalls ist sehr bemüht, für seinen Buddy Steven alles zu geben. Kriegt er auch Penelope?


1:45 – Ich glaube, dass Steven Gätjen die Fragen so tiefgründig, wie sie am roten Teppich überhaupt möglich sind, stellt.


1:43 – Robben bei der Fütterung. Ein schöner Rücken, der kann entzücken. Ein rhetorisches Feuerwerk im Angesicht von Mickey Rourke, den vor einem Jahr vermutlich niemand mit der Kneifzange angefaßt hätte.


1:36 – Dann doch noch Michael Herbig. Bully Edel ist aber in Eile. Und Gätjen macht seine Sache gut. Befinde mich schon wieder in dieser typischen Liveblogginghektik und glaube alles was ich sehe, auch 1:1 wiedergeben zu müssen. Was natürlich ein Irrtum ist, wenn Pointen oder Informationen fehlen.


1:31 – Erster Aufreger des Abends. „Baader-Meinhof-Konzept.“ Konzept am Teppich ist fremdküssen. Gätjen mag Klums Rücken. Klum fühlt sich in Inder ein. Alle Deutschen müßten jetzt durch sein. Kein Pro7″wir“ mehr.


Auch in diesem Jahr wieder das Oscarspiel mit K. Lagen unsere Tipps anfangs noch weit auseinander, näherten sie sich im Laufe der Zeit weiter an. Diesmal sind sie fast identisch. Wir beide haben auf Sean Penn getippt (eine der wenigen spannenden Kategorien in diesem Jahr) und wir glauben auch, dass die zwei Nominierungen für „Slumdog“ für den besten Song die Stimmen splitten wird, weshalb Peter Gabriel trotz Auftrittsverweigerung gewinnen könnte. Nur die weibliche Nebenrolle sehen wir unterschiedlich; ich setze auf Viola Davis, K. auf Penelope Cruz, die vermutlich die perfekte Kandidatin für den Nebenrollenoscar ist. Anderseits sorgt kaum eine Kategorie für mehr Überraschungen als diese, siehe dazu auch Marisa Tomei. Wichtig ist aber letztlich nur, dass Benjamin Button so wenige wie mögliche Auszeichnugen erhält.


Vorsätze für das diesjährige Livebloggen: Steven Gätjen auch mal loben. Florian Henckel von Donnersmarck in einen positiven Kontext setzen. Keine Werbung kommentieren. Bei der Dankesrede fürs Lebenswerk dran bleiben. Ganze Sätze schreiben, gern mehr als 140 Zeichen. Nach der Nacht am Morgen irgendwie zurück nach Hause finden. Ironie nach Möglichkeit vermeiden. Die sich anbahnende Sehnenscheidenentzündung ignorieren. Sich für die mangelnde Orthografie nicht fortwährend entschuldigen. Was davon klappt, wird sich zeigen.


Live blogt:

5 Filmfreunde | OWhatAWorld | Filmkritikerin.de | Filmsprung.ch | Othertimes.de | Tivoli-Blog | Gossipgirlz.de

Oscar.com

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2 Gedanken zu “Durch die Nacht mit … Oscar.

  1. Zum Glück hat nicht Jennifer Hudson für die Verstorbenen gesungen. Dann hätte ich wohl abgestellt. :-)

    Antwort:
    Danke für den Hinweis. War dann doch schon spät. Jennifer Hudson. Queen Latifah

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