Solche Leute.

Symbolbild - Einer gegen alle

Eigentlich müsste man immer lachen, wenn solche Leute öffentlich »Das wird man ja wohl noch sagen dürfen« sagen. Oder sagen: »So was darf man ja heutzutage nicht mehr sagen.« Dabei kommt nach Sätzen wie diesen nie etwas Gutes.

Nach »So was darf man ja heutzutage nicht mehr sagen« sagen solche Leute oft etwas wie »Ich bin kein Rassist, aber«. Oder »Ich toleriere Homosexuelle, aber«. Oder »Ich will keine Frauen diskriminieren, aber«. Das Aber ist die Atombombe solcher Leute. Solche Leute sagen niemals etwas wie: »Man wird ja wohl noch sagen dürfen, dass alle Menschen grundsätzlich die gleichen Rechte haben, sich frei zu entfalten.«

Meistens sind solche Leute keine Benachteiligte des Systems. Dennoch sehen sie sich oft benachteiligt. Oder zumindest ihre Lebensweise bedroht. Sie glauben, jemand, der anders ist als sie, würde ihnen etwas wegnehmen. Solche Leute haben genau hingeschaut, wie das die Tea-Party in Amerika macht. Wie sich eine Mehrheit als Opfer definiert, wie sich diejenigen, die Macht innehaben, als verfolgt und unterdrückt darstellen.

Doch schaut man sich die Lebensläufe, den Status solcher Leute an, käme man nur selten auf den Verdacht, solche Leute wären benachteiligt. Oder, andersrum gesagt: Zählt man zu einer Minderheit, ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich geringer, öffentlich Sätze mit »Man wird ja wohl noch sagen dürfen« einzuleiten.

Sprechen solche Leute, sprechen sie bald von einer Lobby. Oftmals von einer Gutmenschen-Lobby. Wobei sie es unterlassen, näher zu definieren, was und wer zu dieser Lobby gehören könnte. Dafür nehmen solche Leute gern das Recht in Anspruch, für eine Mehrheit zu sprechen. Oftmals wäre diese Mehrheit schweigend. Man könnte dann fragen: Ist diese behauptete Mehrheit auch eine Mehrheit? Schweigt sie tatsächlich? Oder falls ja, warum?

Entgegen ihrer Behauptung, ihre Meinung fände in den heutigen Medien kaum noch Gehör, sind solche Leute in letzter Zeit verstärkt in den Medien zu Gast. Talkshows laden gern solche Leute ein, denn solche Leute garantieren ein Spektakel.

Dabei tragen solche Leute in Gesprächsrunden vorwiegend Argumente vor, die oft längst widerlegt sind. Immer, wenn man glaubt, die grundsätzliche Diskussion wäre schon viel weiter, kommen solche Leute und werfen die Diskussion um viele Jahre zurück. Man kann Bingo spielen, wenn solche Leute argumentieren.

Es ist richtig; solche Leute schreiben seltener die großen Leitartikel. Dafür aber häufig Kolumnen. Kolumnen sind Meinungsäußerungen. Wenn man liest, wie solche Leute ihre Meinung äußern, könnte man denken, solche Leute wären nicht an einer inhaltlichen Auseinandersetzung interessiert.

Stattdessen könnte man meinen, solchen Leuten wäre allein das Selbstbildnis als Märtyrer wichtig. So, als würden sie auch behaupten, »Nachts scheint die Sonne«, wenn dies nur ihr Selbstbildnis bestätigen würde. Dabei schmücken sich viele solcher Leute mit Hass und stellen ihn voller Stolz aus.

Nein, ich möchte solche Leute nicht diskriminieren. Aber manchmal würde ich mehr über sie lachen können.

Ich bin wohl homophob. Und das ist auch gut so.

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