11/9 in Zitaten.

»Und wir – ich auch – müssen unsere Fehler erkennen. Dringend. Wir, die publizistisch und aktivistisch gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus gekämpft haben, hier in Europa. Wir müssen unsere Fehler in den kommenden Wochen, Monaten, Jahren analysieren und daraus Konsequenzen ziehen. Wo haben wir gehofft, statt zu erkennen? Wo haben wir ignoriert, statt hinzusehen? Wo haben wir geschwiegen und geduldet, statt zu sprechen und zu handeln? Wo lagen wir schlicht und ergreifend falsch? Denn wir haben es hier in Deutschland, in Europa mit denselben Leuten, denselben Gefühlen zu tun wie in den USA. Wir haben oft dieselben Instrumente und Ansätze für politische Bildung, inhaltliche Überzeugung, moralische Grenzsetzung benutzt, die offensichtlich nicht funktionieren. Die Wahl von Trump ist damit das Ende unserer Gewissheit, wir wüssten, wie die dunkle, wütende, hassende Seite in uns allen zu besiegen sei.«

»Diesbezüglich ist die Wahl von Trump auch als Rache am korrupten Neoliberalismus zu lesen, die gleichzeitig den Verlust linker Werte spiegelt: Die Wähler der weißen Mittelschicht verweigern ihren schwarzen und muslimischen Nachbarn die Solidarität und ermöglichen damit letztlich eine Institutionalisierung und Normalisierung jetzt bereits rassistischer Strukturen, die bereits vor der Wahl jede Menge Todesopfer forderten. Das taten sie für die scheinbare Sicherheit von Industriejobs und sie nehmen dafür Trumps Normalisierung von Rassismus in Kauf, der sich jetzt bereits in Gewalt an Schwarzen und Homosexuellen äußert.«

»Blacks riot, Muslims set bombs, gays spread AIDS, Mexican cartels behead children, atheists tear down Christmas trees. Meanwhile, those liberal Lena Dunhams in their $5,000-a-month apartments sip wine and say, „But those white Christians are the real problem!“ Terror victims scream in the street next to their own severed limbs, and the response from the elites is to cry about how men should be allowed to use women’s restrooms and how it’s cruel to keep chickens in cages.«

»Well, that was the easy part. All Trump had to do was vanquish people too stupid to pick up the thousand-dollar bill lying on the sidewalk — smug, smirking, out-of-touch establishment drones.«

»Zuletzt hieß es häufig, die Liberalen hätten auf dem Weg zur Macht die Konservativen am Wegesrand verloren, weshalb diese sich jetzt abgehängt fühlten. Wahr ist vielmehr: Sie haben sie geschult.«

»In the coming days, commentators will attempt to normalize this event. They will try to soothe their readers and viewers with thoughts about the “innate wisdom” and “essential decency” of the American people. They will downplay the virulence of the nationalism displayed, the cruel decision to elevate a man who rides in a gold-plated airliner but who has staked his claim with the populist rhetoric of blood and soil. George Orwell, the most fearless of commentators, was right to point out that public opinion is no more innately wise than humans are innately kind. People can behave foolishly, recklessly, self-destructively in the aggregate just as they can individually. Sometimes all they require is a leader of cunning, a demagogue who reads the waves of resentment and rides them to a popular victory.“«

»Everyone must stop saying they are „stunned“ and „shocked.“ What you mean to say is that you were in a bubble and weren’t paying attention to your fellow Americans and their despair. YEARS of being neglected by both parties, the anger and the need for revenge against the system only grew. Along came a TV star they liked whose plan was to destroy both parties and tell them all „You’re fired!“«

»Ignoring and mocking the experts, as people are doing around Brexit and Trump’s campaign, is no different to ignoring a doctor who tells you to stop smoking, and then finding later you’ve developed incurable cancer. A little thing leads to an unstoppable destruction that could have been prevented if you’d listened and thought a bit. But people smoke, and people die from it. That is the way of the human.«

»Several pollsters rejected the idea that Trump voters were too shy to tells pollsters whom they were supporting. But James Lee of Susquehanna Polling & Research Inc. said his firm combined live-interview and automated-dialer calls, and Trump did better when voters were sharing their voting intention with a recorded voice rather than a live one.«

»Wenn aber das System nicht zu retten ist, will ich es lieber nach links, als nach rechts umstürzen sehen. Ich bin persönlich nicht überzeugt von den linksradikalen Positionen, ich halte sie für genau so naiv und wenig durchdacht, wie die des Rechtspopulismus. Aber bei einem Umsturz nach Links sind wenigstens die Minderheiten weniger in Gefahr und es gibt überhaupt einen moralischen Kompass.«

»Kurzum: Linksliberale Intellektuelle sind schuld, dass ein rassistischer, frauenfeindlicher Milliardär, der Jahre lang keine Steuern gezahlt hat, nun gewählt wurde, was aber für die Arbeiterklasse, also wie weiße Arbeiterklasse, gut, die weiße männliche Arbeiterklasse, um die man sich nun neuerdings sorgt, aber auch gar nicht so schlecht ist, weil Trump sich im Gegensatz zum juste milieu ja für deren Sorgen interessiert, also bestimmt den Mindestlohn erhöhen, eine bessere Krankenversicherung einführen, Jobs schaffen und vieles mehr machen wird.«

»The folks on the other side of this game of ultimatum have watched the tide of globalization wash over the world and lift up everyone else’s boat but their own. Trump and Brexit have allowed them to channel their feelings into a rejection of the proposal that has been made — on trade, immigration, and globalisation, and dividing up those spoils. To simply ignore their voice would be a huge mistake.«

»Die US-Präsidentschaftswahl brachte gleich zwei Überraschungen hervor: Donald Trump gewann, obwohl er in den meisten Wahlumfragen bis zuletzt zurückgelegen hatte. Und: Die Börsen reagierten auf diese Wahl nicht mit den befürchteten Kursstürzen […] Trumps hatte schon im Wahlkampf deutliche Steuersenkungen angekündigt. Außerdem will er weniger Regulierung an den Finanzmärkten. Trump verprach außerdem mehr Investitionen im Inland. Amerikanische Unternehmen hoffen, dass sie davon profitieren werden.«

»In der Praxis sind die meisten US-Minister eher Behördenleiter, die den Anweisungen ihres Chefs folgen. Doch ob Donald Trump an solchen politischen Pflichten überhaupt Interesse hat, ist völlig unklar. Nach seinem Vorwahlsieg hieß es, er sehe sich eher als eine Art Aufsichtsrat, der seinem Vize die tägliche Arbeit überlassen werde. Deshalb gehen viele Beobachter davon aus, dass Mike Pence eine gewichtige Rolle zukommen könnte.«

»We’ve heard enough of white rage now. Oh sure, listen to the grievances of enraged voters. But understanding them is different from indulging them, and the media and politicians – in the US and UK – have for too long conflated the two, encouraging the white victim narrative and stoking precisely the kind of nasty, race-baiting campaigns that led to Brexit and Trump.«

»Just remember that the same country that elected Donald J. Trump is the one that elected Barack Hussein Obama four years ago. In a winner-take-all system, 2 percentage points can make all the difference in the world.«

»„You can’t say that you like the democratic process, but only if it comes out your way.“ Constitutional law professor Jonathan Turley reacted to protests on college campuses following a Donald J. Trump victory, arguing that „we’re…raising a generation of emotional hemophiliacs.“«

»Kids at breakfast were tauntin the Hispanic kids and in the gym they were chanting build the wall.«

»Denn die Energie, die mancherorts dafür aufgebracht wird, sich über jede blöde verbale Entgleisung aufzuregen, über jeden Faux-Pas, über jedes nicht völlig korrekt verwendete Wort oder Bild von Menschen, die vielleicht einfach nur einen Fehler gemacht haben, wütend oder unachtsam waren oder unlustig lustig sein wollten – die ist vielleicht doch besser dort aufgehoben, wo man es selbst besser machen kann.«

»Man kann sich ja schon fragen, ob ein, sagen wir, weißer Fabrikarbeiter aus Kansas tatsächlich so lange von Yale-Studenten mit Judith-Butler-Texten traktiert wurde, dass ihm aus Notwehr praktisch nichts anderes übrig blieb, als einen rassistischen Milliardär zu wählen.«

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