Vom Unterschied zwischen spazieren gehen mit Fotoapparat und spazieren gehen ohne Fotoapparat.

Watt

Ist man in der Fremde, ergeben sich einige Möglichkeiten, das unbekannte Land zu erkunden: mit dem Auto, mit dem Fahrrad, zu Fuß, wandernd, spazieren gehend, joggend, mit einer Landkarte, mit einem Reiseführer, mit einem Fremdenführer, in einer Reisegruppe. Jede dieser Möglichkeiten ändert das Bild, das sich von der Fremde ergibt.

Auf Sylt bin ich größtenteils auf zwei Arten unterwegs: fotografierend oder spazieren gehend. Beide Arten sind verschieden. Vor jedem Verlassen des Appartements muss ich eine Entscheidung treffen, wie ich mich fortbewege möchte.

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Sylt in Listen.

Sackgasse

Sylter Straßennamen

Gaadt
Pan’er
Sjipwai
Gurtstig
Bi Müür
Nordhedig
Halemdüür
Om de Huk
Sachsenring
Esling Wung
Zur Uwe Düne
Am Tipkenhoog

Fünf Lieder, die Udo Lindenberg auf Sylt geschrieben hat

Horizont
Affenstern
Hoch im Norden
Die Klavierlehrerin
Wozu sind Kriege da?

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Orte auf Sylt.

Westerland

Westerland

Ein Ort, an dem die Architektur eines jeden Jahrzehnts des letzten Jahrhunderts gefeiert wird, teilweise in einem Straßenzug. Zwingend ist die grundsätzliche Entscheidung zu treffen, ob man Fisch bei Gosch oder Blum kauft. Geschäfte tragen die Namen ehemaliger Bundeskanzler oder Kandidatinnen von Germany’s Next Topmodel.

Westerland

Outlettown

Ein Ballung von Outlets vor den Toren von Westerland. Neben den Tierfutteroutlets, den Bekleidungsoutlets, dem Bahlsenoutlet beeindruckt besonders das Trigemaoutlet mit einem aufgeblasenen Trigemaaffen (»Hallo Fans«) als Sichtfang. Innen erwartet einen das muffig-bunte Gefühl der frühen 90er Jahre. Dazu spielt Dr. Alban »No Coke« und Zucchero »Senza una donna«.

Trigema Affe
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Sylt. Kein Halt in Glückstadt.

Tourists welcome

In Altona in die Nord-Ostsee-Bahn einsteigen. Gewarnt wird: Heute kein Halt in Glückstadt. Gleich mal mit einer 2. Klassekarte in die 1. Klasse setzen. Graue Sitzschalen. Viel Beinfreiheit. Laptopsteckdosen über Kopf. Rekruten, die in Heide (Holstein) aussteigen werden, um dort ihre Ausbildung am Eurofighter zu beginnen. Rekruten fahren immer 1. Klasse, ich nur so lange, bis die Schaffnerin fragt, ob ich den Übergang zu zahlen bereit wäre. Zuerst der Gedanke, es handelt sich hierbei um die Überfahrt über den Hindenburgdamm, die mit einer Extraabgabe belegt wäre. Nach der Irritation dann die Flucht in die zweite Klasse und ich denke, dass ich damit schon die erste Metapher des Monats habe: als ein widerrechtliches Einschleichen in eine Zone, zu der ich standesgemäß keinen Zutritt hätte.

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Israel. Geradeaus und dann rechts.

Abflug

Wasser auf dem Dach

Eines wird von Anfang an klar: Zum Wohlfühlen fährt man nicht nach Israel. Das beginnt schon am Flughafen. Auf zehn Pulte verteilt stehen freundliche, aber energische Sicherheitsbeamte und wollen alles wissen. Warum man fliegt. Wohin. Wo man wohnt. Ob man dort jemanden kennt. Was man vorhat. Wohin man im Land reisen will. Ob man in Deutschland Israelis kennt. Oder Araber. Ob man schon mal in arabischen Ländern war. Jeder Antwort wird eine Gegenfrage entgegengesetzt, die nachhakt und Unstimmigkeiten entlarven soll. Das Seniorenpärchen braucht nur ein Bruchteil dieser Fragen zu beantworten, ich bin zwischen 20-30, männlich, trage einen Bart und ein Kapuzenshirt und habe etliche technische Geräte bei mir, die unter dem Röntgengerät wie Waffen aussehen könnten. Zusammen mit den maschinengewehrtragenden Polizisten und dem Panzerwagen auf dem Rollfeld ergibt sich ein Gefühl, welches die nächste Woche andauern soll. Einerseits. Anderseits: Besser zehn Minuten länger gefragt und dafür ein Gefühl von Sicherheit, so ungewiss wie möglich.

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