2011. Pro Kontra.

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Jahreslisten: Lieder 2011. Fünfundsiebzig außerkörperliche Erfahrungen.

Jede Liste ist ein Ausdruck von Scheitern. Deshalb könnte hier auch die Top 4, 8, 15, 16, 23 oder 42 stehen. Würde genausoviel Sinn ergeben und ebenso wenig. Sind aber 75 Lieder geworden, von denen ich hoffe, dass sie mich weit über 2011 hinaus begleiten werden.

1. Adele – Rolling In The Deep

Wie schrieb ich vor knapp einem Jahr: Kaum sind jedoch meine Die besten Lieder 2010 gewählt, ist mir klar, was „Rolling in the Deep“ ist: ein Klassiker. Jetzt schon unverzichtbar. Anders gesagt: Ich möchte, dass die kommenden Tage nur aus diesen drei Minuten dreiundfünfzig Sekunden bestehen. Ersetze „die kommenden Tage“ durch „2011“ und es ist das Lied, was ich etwa 200+ mal gehört habe (und davon etwa die Hälfte im Supermarkt). Aber egal. Denn spätestens ab There’s a fire starting in my heart sind alle eventuellen Übersättigungsgefühle auf Null gesetzt.

And you played it to the beat

2. Heather Nova – Everything Changes


Even the pain hurts like it should

3. Street Chant – Less Chat More Sewing

Wenn man von Musik begeistert ist, dann spricht man oft davon, dass sie einen direkt erwischt. Ohne Vorwarnung, aus dem Nichts taucht etwas auf und krallt sich fest. Im Kopf, im Körper, womit man Musik eben erfassen kann. Erst viel später wird klar, was eigentlich passiert ist. Oder auch nicht. Was meistens auch besser so ist. Musik nicht verstehen, sondern eine Hand zur Faust und mit der anderen sich die Gegenwart krallen. Und weil man ich ist, schreibe ich: Ich habe nichts verstanden. Möchte aber, dass die nächste Revolution von diesem Lied angeführt wird.

There’s no point in hating / but`ll do it anyway

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Darauf kann 2011 gern verzichten.

– Sachbücher, die ein Wie im Titel tragen

– ein Comeback alter Werte

– Plattenfirmen, die Bands unter Vertrag nehmen, die wie Unheilig klingen

– Unheilig

– Arnulf Baring, Hans-Olaf Henkel und Jens Spahn in politischen Talkshows

– politische Talkshows

– Fenchel

– jemand, der den Finger in die Wunde legt

– jemand, der endlich mal ausspricht, was der kleine Mann denkt

– jemand der sagt, das wird man ja nochmal sagen dürfen

– Bücher, die zeitgleich mit Titelgeschichten vom Spiegel und der Bild promotet werden

– rote Teppiche

– Animationsfilme mit sprechenden Tieren

– Filme mit Johnny Depp

– die D-Mark

– eine Verbraucherschutzministerin, die Google und Facebook gegenüber superkritisch ist, aber der Lebensmittellobby bestimmte Wünsche von den Augen abliest

– Krimis

(Liste unvollständig)