Alben 2015 | Besonders gegen Erwartungen.

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Zugezogen Maskulin – Alles Brennt
Zu HipHop und Rap kann ich nicht viel sagen. Dabei müsste mich Musik, die so viel Wert auf das Wort legt, eigentlich unablässig begeistern. Dass dem nicht so ist, liegt möglicherweise an den Weltbildern, auf welche die verwendeten Worte zu oft Bezug nehmen, Ansichten zur Gesellschaft, die natürlich die Gesellschaft abbilden. Aber eben auch Haltungen, die zu oft nicht mit meinen kompatibel sind. Sicher finde ich es interessant, wenn Haftbefehl eine neue Sprache erfindet. Aber ihn allein deshalb abfeiern, geht dann eben doch nicht.

Anders Zugezogen Maskulin. Die erfinden keine Sprache. Aber sie verwenden sie, um die Gegenwart zu beschreiben. Grimmig, schlau, poetisch, genau, direkt und vor allem empathisch und wütend. Wütend auf die Umstände, die wir trotz aller Widersprüche weiterhin zulassen. Und empathisch genug, um Opfer nicht als Schimpfwort zu verwenden. Wenn ein Jahr gemacht war für ein Album wie »Alles Brennt«, dann 2015. Mein Liveticker des Jahres.

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