Horst Seehofer hält drauf


Horst Seehofer hält drauf. Der Zug fährt im Kreis und rast auf einen anderen zu. Wenn Horst wollte, könnte er das verhindern; Weiche umstellen, abbremsen, anhalten, aussteigen. Horst will das nicht. Der Zug kracht hinein. Frontalcrash. Horst verzieht keine Miene. Macht er nie. Wenn er lächelt, dann mit der Milz.

Es ist Samstag Abend. Gerade hat Kroatien Dänemark aus der WM geschossen. Horst hat sich in sein mobiles Modelleisenbahnzimmer zurückgezogen. Das hat er immer dabei, kann er jederzeit aufbauen. Seine Züge lässt er über ein Deutschland im kleinen Maßstab rollen. Dafür hat er sich ein eigenes Deutschland gebaut; fünfundneunzig Prozent der Fläche nimmt Bayern ein, der Osten und der Norden kommen gar nicht vor, ein kleiner Provinzbahnhof ist Berlin. Hier kann er schalten, wie er will.

Horst überlegt, was er eigentlich will. Im Grunde ging es immer darum, den größtmöglichen Schaden anzurichten; für die Parteien, das Land und Angela, vor allem für Angela. Im Finale hat er sie dort angegriffen, wo sie sowieso verwundbar ist. Ist bedingungslos Kontra gegangen und hat noch drei drauf gesetzt, sicherheitshalber zwei mehr als Kruzifixsöder und Asylindustriealex. Weiterlesen

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