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Inherent Vice

Schrulliger Detektiv fragt sich durch das Los Angeles der 1970er Jahre, um seine Exfreundin Shasta Fay zurückzugewinnen.

Vorhanden war alles: Ein verpeilter, kiffender Privatschnüffler. Eine Story, die verwegen und kompliziert um die Ecke gedacht um die effektivsten Grundthemen aller Geschichten kreist: Macht & Liebe. Figuren im Dutzend, die nicht nur die besten Namen aller Zeiten tragen, sondern auch Backenbärte und die außergewöhnlichsten Leben in den Gesichtern. Eine literarische Vorlage von Thomas Pynchon. Eine Ära, die sich wie keine zweite anbietet für blumige Retrokostümierung und überbordendes Setdesign.

Ja. „Inherent Vice“ hätte ein Kultfilm sein können (und Kult hätte in diesem Fall nicht mal in Anführungszeichen geschrieben werden müssen), der „Big Lebowski“ dieses Jahrtausends, eine Pynchon-Adaption des Film noirs mit Elementen der Nackten Kanone und „Jackie Brown“.

Aber es gab eben auch einen Regisseur. Den großen Paul Thomas Anderson. Und der hatte keinerlei Interesse an einem klassischen Kultfilm. Geschrieben hat er das Drehbuch parallel zu „The Master“. Vielleicht ist das die Erklärung. Denn um die unfassbare Wucht von „The Master“ nur ansatzweise ertragen zu können, muss es einen Ausgleich brauchen. Die Arbeit an einem Film wie „Inherent Vice“ vielleicht. Denn wo in „The Master“ jedes Detail sitzt und sich jedes Hintergrundrauschen perfekt einfügt in die bedeutungsvolle Schwere, kann „Inherent Vice“ nur improvisiert, prall, lässig und seltsam unfertig wirken.

Allein der Form halber die Namen der Figuren. Shasta Fay Hepworth.  Sauncho Smilax. Sortilege. Petunia Leeway. Clancy Charlock. Ensenada Slim. Amethyst Harlingen. Emmet Unverzagt. Rhus Frothingham. Dr. Rudy Blatnoyd.

Birdman

Ehemaliger Superheldendarsteller inszeniert ein Raymond-Carver-Theaterstück und lernt dabei zu fliegen.

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