Alexander Gauland badet im Heiligen See

Auch wenn es den Klimawandel nur in den Fieberträumen linksversiffter Systemlinge gibt, ist der Tag doch recht mollig, denkt Alexander Gauland und zieht sich aus. Er steht am Ufer des Heiligen Sees. Gleich wird er den Körper in das kühle Nass tauchen und ein paar Runden im Wasser drehen. Das braucht er jetzt. Den Kopf mal freikriegen.

Die letzten Tage waren turbulent. Erst der Vogelschiss-Kommentar. Das lief nicht gut. Eigentlich wollte er ja Fliegenschiss sagen. Im Deutschen nennt man unbedeutende Kleinigkeiten Fliegenschiss. Nicht Vogelschiss. So geht die Metapher nicht auf. Alexander ärgert sich. Dabei gehört das Deutsche doch seinen besonderen Skills.

Er schmunzelt. Egal. Haben dennoch alle verstanden, deutsche Sprache hin und oder. Der Frank hat ihn daraufhin aus der Talkshow verbannt. Den Björn auch. Naja. Auch egal. Frank hat ja was zu den Zugewanderten, also Nichtdeutschen, also Ausländern, also Muslimen als Kriminelle gemacht. Und die Maischberger fragt direkt nach der Houellebecq-Verfilmung, ob wir den Islam tolerieren dürften.

Wieder muss Alexander schmunzeln. Rhetorische Frage natürlich. Geht ja eigentlich um das wir. Wir gegen die Nichtdeutschen. Also den Islam. Wenn die schon so anfangen, da muss er auch nicht mehr zum Frank oder der Sandra. Da kann er auch schwimmen gehen im Heiligen See.

Das Wasser ist angenehm. Kühl, aber nicht kalt. Erfrischend eben. Das tut gut. Er ist schon einige Meter vom Ufer weg, als er sieht, wie sich jemand bei seinen Sachen zu schaffen macht. Ein Fremder greift Hose und Hemd und läuft weg. Alexander begreift, dass er gerade bestohlen wurde. Und begreift, dass er nun wie eine lächerliche Gestalt in einer Heinrich-Zille-Zeichnung aussieht: ein alter Mann, dem beim Baden die Kleidung geklaut wird.

Als er am Grünen Ei, dem schmalen Seezugang zwischen den Potsdamer Villen, wieder an Land steigt, haben die anderen Badegäste schon die Polizei gerufen. Der Dieb hat wohl »Für Nazis ist hier kein Badeplatz!« gerufen. Ein politischer Hintergrund also. Bestimmt die Antifa. Der Staatsschutz wird sich einschalten. Viel gravierender aber: In der gestohlenen Hose war der Hausschlüssel. Die ganze Schließanlage muss er jetzt auswechseln. Der Fraktionschef schüttelt den Kopf. Häme wird er dafür kostenlos kriegen, so hier in den braunkarierten Badeshorts als Pinselheinrichwitzfigur.

Dann schmunzelt er. Naja. Auch egal.

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